Sebastian Ritschel, muss man sich als potenzieller Austragungsort für die Bayerischen Theatertage bewerben oder ist man dafür derzeit im Freistaat schon der natürliche Kandidat, wenn man keine Theater-Großbaustelle hat?
Sebastian Ritschel Als es vor gut zweieinhalb Jahren um die Terminabsprache für die Jubiläumsausgabe ging, habe ich mir das mit meinem kaufmännischen Direktor angeschaut und wir dachten: Wir probieren es mal. Bis dahin ist meine Intendanz im vierten Jahr, also kann man sich darauf einlassen. Es ist eine große Ehre, Gastgeber für alle Kollegen und Kolleginnen aus Bayern sein zu dürfen.
Welche Rolle hat dabei gespielt, dass Regensburg ein Fünf-Sparten-Haus hat? Das diesjährige Festival zeigt erstmals alle Sparten.
SR Ich bin ein überzeugter Mehrsparten-Denker und habe vorab schon gesagt, ich fände es sehr wichtig, die gesamte Theatervielfalt im Freistaat zu zeigen. Also Schauspiel, Musiktheater, Oper, Musical, zeitgenössischen Tanz, Ballett, Performance, Puppen- und Jugendtheater. Und unsere Vision wurde begeistert aufgenommen.
Das Motto „Vielfalt leben“ war also nicht vorgegeben, sondern dezidiert Ihre Idee?
SR Als wir unseren Hut in den Ring geworfen haben, dachte ich, dass der Landesverband die Programmatik bestimmt, und war überrascht zu sehen, dass jedes Haus selbst entscheidet, wo es hinwill. Natürlich stellt einen ein Mehrsparten-Marathon vor neue Aufgaben. Für...