Essay
Schritt für Schritt
Wie die Bühnenmütter* mit „Culture.Care“ sieben deutsche Theater reformieren helfen
von Michael Helbing

Als hätten sie mit der Handangel einen Wal an Land gezogen: So, erzählt die Bühnen- und Kostümbildnerin Teresa Monfared, habe es sich lange angefühlt. Zusammen mit der Mezzosopranistin Verena Usemann leitet sie seit Ende 2024 das auf drei Jahre angelegte Projekt „Culture.Care“. Sieben Theater, die daran beteiligt sind, werden darin mittels Weiterbildungen dazu befähigt, Beruf und Familie, Kunst und Fürsorge künftig sehr viel besser in Einklang zu bringen.
Besagter Wal schwamm in Gewässern des Europäischen Sozialfonds (ESF). Der 2021 von Usemann ins Leben gerufene und ein Jahr später eingetragene Verein Bühnenmütter* war, so Monfared, „naiv genug“, sich für dessen millionenschweres Programm „Wandel der Arbeit“ zu bewerben, das die Schauspielerin Johanna Bantzer entdeckt hatte. Man habe im Antragsverfahren dann „eine sehr steile Lernkurve“ hingelegt. Mit Erfolg: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie der ESF fördern nunmehr 3,05 Vollzeitstellen für das Projekt, auf denen real insgesamt sechs Leute arbeiten.
An solchen scheinbar kulturfernen Institutionen lässt sich schon ablesen, dass „Culture.Care“ nicht nur inhaltlich modellhaft angelegt ist. Denn der Verein hat damit zugleich formal gezeigt, dass es vielleicht keine so gute Idee ist, mit Kulturprojekten nur auf Kulturfördertöpfe zu schielen. Jedenfalls war er die erste Institution aus dem Kulturbereich, die beim „Wandel...

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