Gespräch
Sicherheit und trotzdem Sorgen
Die Schauspielerin Gjertrud Jynge über Elternschaft in Norwegen im Gespräch mit Thomas Irmer
von Thomas Irmer und Gjertrud Jynge
Assoziationen: Europa

Sie können auf über dreißig Berufsjahre an norwegischen Theatern zurückschauen und haben zwei Kinder. Uns interessiert das Thema der Vereinbarkeit von Mutterschaft und Theaterberuf.
Gjertrud Jynge: Ich war sehr privilegiert, denn als ich mein erstes Kind bekam, hatte ich einen festen Arbeitsplatz auf Lebenszeit. Ich begann 1993 in Stavanger am Theater, nach einem Jahr hatte ich dort eine feste Anstellung für den Rest meines Lebens. Dann zog ich 1996 nach Oslo und 1997 hatte ich eine feste Anstellung auf Lebenszeit am Det Norske Teatret. 2000 bekam ich mein erstes Kind. Wenn man in Norwegen eine feste Anstellung hat, hat man viele Rechte. Mir ist bewusst, dass das das Ergebnis der Arbeit vieler Frauen vor mir ist. Eine von ihnen ist Gro Harlem Brundtland, die 1981 und dann mehrmals wieder die erste norwegische Premierministerin war, dazu eine ausgebildete Ärztin. Sie setzte sich sehr für Gleichberechtigung und die Möglichkeiten von Frauen ein, sich sowohl in der Politik als auch im Beruf aktiv zu beteiligen.
Wie sieht das in historischer Perspektive aus?
Gj: Ich hatte eine Urgroßmutter, sie hieß Pernille und lebte Ende des 19. Jahrhunderts. Als sie 42 Jahre alt war, starb sie nach der Geburt ihres zwölften Kindes. Damals gab es...

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