Akteure
Das Dunkel: Ein Gegenlicht
Zum 90. Geburtstag des Regisseurs und Dichters B. K. Tragelehn
Assoziationen: Akteur:innen

Fähigkeit ist nicht alles. Unfähigkeit kann die größere Gabe sein. Etwa das Unvermögen, einer Lage oder einer Sache just dann zuzustimmen, wenn die Mehrheit dafür votiert. Es ist das simplizische Talent. „Zwei Stühle kaufen / Und sich dazwischen setzen.“ Dichtete Bernhard Klaus Tragelehn. Elegien sind das bevorzugte Genre des Theaterregisseurs, Schriftstellers und Übersetzers. Und Oden, Xenien. Das Euphorische begegnet den Gefühlen von Abgesang und Nachklang.
B. K. Tragelehn war Bertolt Brechts letzter Meisterschüler, Heiner Müller wurde ihm ein unentbehrlicher Freund. Gelernt hat der Dresdner, geboren im April 1936, von beiden: hellwach zu bleiben, hauptsächlich für Finsternisse. Gewiss hat er bei den Meistern auch das Listigsein trainiert, das bei ihm als ausgesprochenes Lustigsein daherkommt. Als unverhohlene, dann wieder dezente sächsische Breitguschigkeit.
„Müllers erstes Stück ,Der Lohndrücker‘ hat mich sofort interessiert. Ich wollte den Autor unbedingt kennenlernen. Dann hab ich sogar ein paar Wochen bei Inge und Heiner gewohnt, in Lehnitz, in der Thälmann-Siedlung.“ Müller gehört Ende der fünfziger Jahre auch zu den ersten Lesern von Tragelehns frühen Gedichten. „Heiner hat mich davor bewahrt, ein politisch linker Sektierer zu werden. Er war sieben Jahre älter, und ich, ein Einzelkind, hatte plötzlich einen größeren Bruder.“
Müller und Tragelehn: Arbeit im aufgerauten, rissigen Geschichtsstoff....

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