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TdZ+„… damit die Kunst in dieser Stadt nicht ausradiert wird“
Im Chemnitzer Stadtrat wird diskutiert, das Schauspiel künftig in die Oper zu verlegen
Assoziationen: Debatte Sachsen Theater Chemnitz
Erschienen am 17.5.2026

Brandkatastrophen waren immer wieder entscheidend für das Sprechtheater in Chemnitz. Im Frühjahr 1945 lag das Schauspielhaus, zentral gelegen, in Schutt und Asche. Es wurde nicht wieder aufgebaut. Priorität hatte die Oper. Als Ausweichquartier zog das Schauspiel in den Festsaal des städtischen Altersheims, der peu à peu aufgehübscht wurde. In den nächsten dreißig Jahren mauserte sich der Festsaal zu einer wichtigen DDR-Bühne. Frank Castorf arbeitete hier erstmals auf einer großen Bühne, Ulrich Mühe und Corinna Harfouch waren auf diesem Sprungbrett im Erstengagement. Als 1976 dann die Uraufführung von Volker Brauns „Tinka“ im Festsaal-Interim anstand, brannte es wieder, möglicherweise um die Uraufführung zu verhindern. Der Brand wurde von der Stadt als „Katastrophenfall“ eingestuft. Parallel zum DDR-üblichen Fünf-Jahres-Plan gab es für den Wiederaufbau Sondermittel. Erste Planungen gingen von 5,5 Millionen Mark für den Wiederaufbau aus. Als er 1980 wiedereröffnet wurde, schlugen Baukosten von 25 Millionen Mark zu Buche. Schon damals war Fehlkalkulation offenkundig Planungsstandard.
Allerdings hatte das Schauspielhaus jetzt einen Bühnenturm, eine schicke Fassade aus sächsischem Porphyr und einen renommierten Architekten: Rudolf Weißer. Er war seit 1950 Chefarchitekt für den Wiederaufbau von Chemnitz beziehungsweise Karl-Marx-Stadt und entwarf u. a. auch die Stadthalle samt Interhotel. Mit seinen Bauten habe er „ein anspruchsvolles, vielfältiges Werk...
Erschienen am 17.5.2026
















