24 Stunden Theater ohne Pause. Nach einer regulären Vorstellung wurde die Bühne des Rheinischen Landestheaters Neuss zum »Café Pumpe«. Zwei Schauspieler blieben als Kellner und Dauergast in diesem Improvisationsmarathon ständig auf der Bühne. Das Ensemble wechselte sich ab, viele Kolleg:innen von anderen Theatern und aus der freien Szene kamen und spielten mit. Im April 2007 war wieder einmal Überlebenskampf angesagt. Die Mittel für das Landestheater sollten gekürzt werden, so entstand die Idee, mit einem Weltrekordversuch Widerstand zu leisten. Es hat geklappt, 18 Jahre später kann das Rheinische Landestheater seinen hundertsten Geburtstag feiern. Und steht gerade vor neuen Finanzierungsproblemen. Landesbühne, Knochenbühne – der alte Spruch unter Theaterleuten findet hier immer neue Berechtigung.
Die »Knochenbühne« bezieht sich auf die besondere Struktur eines Landestheaters. Es wird zur Hälfte vom Land NRW finanziert und ist deshalb verpflichtet, über die eigene Stadt hinaus zu spielen. Die Hälfte der Aufführungen soll als Gastspiele in anderen Kommunen stattfinden, die keine eigenen Ensembles haben. Das bedeutet ständiges Reisen, viel Logistik, Bühnenbilder, die am gleichen Tag auf- und wieder abgebaut werden können. Die Schauspieler:innen müssen sich immer wieder mit neuen räumlichen Gegebenheiten beschäftigen und flexibel sein. Die Technik findet in den Stadthallen und Aulen nicht immer eine Ausstattung auf...