Theater der Zeit

Meldung (Das Wichtigste vom Tag)

Montag, 22. Dezember 2025

Kürzungen in Stuttgart und Karlsruhe beschlossen ++ Neue Intendanz am GHT Görlitz/Zittau ++ Lorenzo Viotti wird neuer Generalmusikdirektor am Opernhaus Zürich ++ Holender fordert Zusammenlegung von Staatsoper und Volksoper in Wien ++ Lars Eidinger in neuem Superman ++ Tanzförderung in Hessen

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22.12.2025

Stuttgart/Karlsruhe: Kürzungen im Kulturetat beschlossen

Der von der Stadt Stuttgart verabschiedete Doppelhaushalt sieht Einsparungen von rund neun Millionen Euro im Kulturbereich vor, was etwa sechs Prozent entspricht. Nach Angaben von F.A.Z. und SWR trifft es besonders die Literaturszene: Das Stuttgarter Literaturfestival soll eingestellt werden, die Stuttgarter Comictage müssen mit einer Halbierung der Mittel rechnen.

Auch in Karlsruhe wurden Reduzierungen im Kulturetat beschlossen, die vor allem große Institutionen wie das Badische Staatstheater sowie das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) betreffen. Das ZKM kündigte bereits an, einzelne geplante Ausstellungen abzusagen, während Baden-Württembergs Kunstministerin Petra Olschowski (Grüne) zwar die geplanten Einschnitte kritisierte, zugleich aber zusicherte, dass das Land seine Förderanteile stabil halten wolle.

Görlitz/Zittau: Philipp Bormann wird neuer Intendant am Gerhart‑Hauptmann‑Theater

Der Görlitzer Stadtrat hat am 18. Dezember 2025 den bisherigen Verwaltungsdirektor Philipp Bormann einstimmig zum neuen Intendanten des Gerhart‑Hauptmann‑Theaters Görlitz‑Zittau berufen. Zuvor hatten bereits der Zittauer Stadtrat und der Kreistag des Landkreises Görlitz ihre Zustimmung signalisiert, wie MDR Sachsen berichtet. Der 49‑jährige Kulturmanager und Diplom‑Kaufmann arbeitet seit 2009 am Haus, zunächst als Referent der Intendanz und seit 2021 als Verwaltungsdirektor. Er folgt damit zu Beginn der Spielzeit 2026/27 auf Daniel Morgenroth und soll das Zwei‑Städte‑Theater in einer finanziell angespannten Lage in eine stabile Zukunft führen.

Zürich: Lorenzo Viotti wird neuer Generalmusikdirektor

Das Opernhaus Zürich gab am 21. Dezember 2025 bekannt, dass der Schweizer Dirigent Lorenzo Viotti neuer Generalmusikdirektor wird. Der 35-jährige Dirigent aus Lausanne übernimmt den Posten ab der Spielzeit 2028/29 und folgt auf den Italiener Gianandrea Noseda, der die musikalische Leitung seit 2021 innehat. Viottis Vertrag läuft zunächst bis 2030 und orientiert sich damit an der aktuellen Amtszeit von Intendant Matthias Schulz.

Schulz betonte, mit Viotti bekomme das Opernhaus einen Schweizer Dirigenten, der das Haus bestens kenne und international zu den prägenden Stimmen seiner Generation gehöre. „Seine Musikalität und Präsenz versprechen künstlerische Strahlkraft, Mut und neue Impulse für unser Programm“. Viotti studierte Klavier, Gesang und Schlagzeug in Lyon sowie Dirigieren in Wien und Weimar. Von 2018 bis 2021 war er Chefdirigent des Orquestra Gulbenkian in Lissabon, anschließend beim Nederlands Philharmonisch Orkest und bei der Dutch National Opera. Ab 2026 wird er musikalischer Leiter des Tokyo Symphony Orchestra. Am Opernhaus Zürich leitete Viotti bereits „Werther“ (2018), „Die Csárdásfürstin“ (2020), „Die tote Stadt“ (2025) und „Die Fledermaus“ in der aktuellen Spielzeit. Der Dirigent erklärte: „Im Laufe der Jahre ist Zürich für mich zu einer zentralen künstlerischen Heimat geworden“.

Wien: Ioan Holender fordert Zusammenlegung von Staatsoper und Volksoper

Der frühere Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender, hat in einem Interview mit dem Kurier vom 19. Dezember 2025 eine Zusammenführung von Staatsoper und Volksoper unter einer einheitlichen Geschäftsführung vorgeschlagen. Holender begründet dies mit massiven Sparzwängen bei den österreichischen Bundestheatern und beziffert das Einsparpotenzial durch eine gemeinsame Intendanz und gebündelte Verwaltung auf bis zu 30 Prozent, ohne das künstlerische Profil der Häuser aufzugeben. Die Intervention fällt in eine Phase, in der das Kulturministerium über strukturelle Reformen der Bundestheater nachdenkt und könnte weitreichende Konsequenzen für die Organisationsform des Musiktheaters in Wien haben.

Berlin: Lars Eidinger in neuem Superman

Der Berliner Schauspieler Lars Eidinger übernimmt im nächsten „Superman“-Film „Man of Tomorrow“ die Rolle des Superschurken Brainiac, des intelligenten Gegenspielers von Superman, wie unter anderem die ZEIT meldet. Regisseur James Gunn bestätigte die Besetzung demnach über soziale Medien und hieß Eidinger im sogenannten DC-Universum willkommen.

Der neue Film setzt die 2024 neu gestartete Superman-Reihe fort, in der David Corenswet den Titelhelden spielt. Der Kinostart von „Man of Tomorrow“ ist in den USA für den Sommer 2027 angekündigt.

Frankfurt am Main: Next Steps fördert den Tanz in Hessen mit 175.000 Euro

Das Förderprogramm Next Steps unterstützt den zeitgenössischen Tanz in Hessen mit insgesamt 175.000 Euro. Wie die gemeinnützige Kulturorganisation Bureau Ritter in Kooperation mit der Crespo Foundation mitteilt, wurden in der zweiten Ausschreibungsrunde acht Projekte professioneller Tanzschaffender zur Förderung ausgewählt. Ziel des Programms ist es, zwischen 2024 und 2026 die Sichtbarkeit und Relevanz der freien Tanzszene in Hessen zu stärken.

Die Jury mit Sofie Luckhardt, Raphael Moussa Hillebrand, Melanie Suchy und Heike Wrede würdigte die Vielfalt und Innovationskraft der eingereichten Anträge. Unter den geförderten Projekten sind Vorhaben in Frankfurt, Marburg, Kassel, Offenbach und weiteren hessischen Städten, die von Nachwuchsförderung über generationsübergreifende Kooperationen bis hin zu barrierefreien Formaten reichen. Nach Angaben von Bureau Ritter ermöglicht die Unterstützung der Crespo Foundation den Ausbau verlässlicher Strukturen und neuer Entwicklungsperspektiven für Tanzschaffende in Hessen.

Eine Liste der acht geförderten Projekte finden Sie hier.

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Redaktionsschluss: 16 Uhr

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