Nachruf
Mit Empathie und Sachlichkeit
Zum Tod des Autors und Regisseurs Alexander Kluge
von Holger Teschke
Assoziationen: Akteur:innen Dossier: Bühne & Film Alexander Kluge

„In Halberstadt bin ich geboren, und meine wesentlichen Erfahrungen, bis ich 13 Jahre alt war, habe ich dort gemacht“, sagte Alexander Kluge in einem Fernsehporträt des mdr aus dem Jahr 2022. „Ich bin neugierig auf alles Mögliche in der Welt, aber verstehen kann ich das alles dank der konkreten Erfahrungen, die ich in Halberstadt gemacht habe.“
Seine einschneidendste Erfahrung war der Luftangriff der US-Airforce auf Halberstadt am 8. April 1945, bei dem 2500 Menschen starben und über achtzig Prozent der Innenstadt zerstört wurden. Kluge überlebte diesen Angriff nur knapp, als eine Sprengbombe in seiner unmittelbaren Nähe explodierte. Diese Erfahrung taucht in seinen Büchern und Filmen immer wieder auf, um sie kreist sein Nachdenken und Schreiben über Krieg und Frieden, Leben und Tod.
Nach der Trennung der Eltern 1945 zog er mit seiner Mutter nach Westberlin, während seine jüngere Schwester Alexandra beim Vater in Halberstadt blieb. Kluge studierte ab 1950 Jura, Geschichte und Kirchenmusik in Freiburg, Marburg und Frankfurt am Main, wo er als Assistent am Institut für Sozialforschung für Theodor W. Adorno arbeitete und sein juristisches Referendariat bei dem legendären Staatsanwalt Fritz Bauer ablegte. 1958 ließ er sich als Anwalt in München nieder und begann zu schreiben. Ab 1963 leitete...

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