Termine planen, technische Anforderungen prüfen, Material anmieten, Abläufe koordinieren, Personal gewinnen, Pressearbeit, Kommunikation … Das könnte ein ganz normaler Jahresbeginn sein im Kulturamt der Stadt Erlangen. Der Beginn eines Jahres mit einem internationalen figuren.theater.festival. Aber was ist schon normal, seitdem das Corona-Virus aufgetaucht ist und die Welt verändert hat?
Am Freitag, den 13. November, erreichte das Kulturamt ein folgenreicher Anruf des Erlanger Oberbürgermeisters. Die Stadt Erlangen würde ein Impfzentrum für die 250.000 Einwohner*innen der Stadt und des Landkreises Erlangen-Höchstadt aufbauen und betreiben müssen. In vier Wochen, so die Vorgabe der Staatsregierung, müsse das Zentrum startbereit sein. Und wer sei für diese Aufgabe besser geeignet als das in Sachen Großveranstaltungen erfahrene Festivalteam? Schnell haben wir im Kulturamt verstanden: Es handelte sich um keine Anfrage.
Zur Verteidigung der Stadtspitze sei betont, dass der Oberbürgermeister bis heute bei jeder Gelegenheit deutlich macht, dass er nicht etwa deshalb so entschieden hat, weil er glaubt, dass Kulturämter in Pandemie-Zeiten nichts zu tun hätten. Florian Janik weiß sehr wohl, dass seine Kulturverwaltung die wichtige Aufgabe hat, Künstler*innen Perspektiven zu bieten und die Jahresplanungen ständig den Inzidenzzahlen anzupassen, um startklar zu sein, sobald wieder etwas möglich ist. Nein, er war und ist tatsächlich der Auffassung, dass wir...