Peter Handkes neuestes Buch wird mit Sicherheit bald auch die Bühnen erreichen. Denn das „Zwiegespräch“, ohne Gattungszuweisung des Autors, ist zwei großen Schauspielern gewidmet, beide in den letzten Jahren verstorben und unsterblich als die Engel über Berlin in Wim Wenders’ Film, für den Handke das Drehbuch schrieb: Bruno Ganz und Otto Sander. So wird man sich die beiden beim Lesen des Dialogs vielleicht in Erinnerung rufen, aber es können auch andere sein. „Genug jetzt ins Leere geschaut“ lautet der erste Satz, der auch einen Beckett-Dialog in Gang setzen könnte. Es gibt eigentlich nichts direkt zu besprechen, sondern eher als eine Möglichkeit des Erzählens zu umkreisen oder als Spiel aufzumachen. So erinnert sich der eine an seinen Großvater als „eine Spielernatur“, um zu sinnieren: „Das Idealisieren der Ahnen ist Teil der Materie“. Dass vieles von Handkes Werk sich wesentlich aus seiner eigenen Familien-Mythologie speist, darf hier mitgelesen werden. Bis zurück zu seinem ersten Roman „Die Hornissen“ (1966), der hier in loser Assoziation als konkret bekämpftes Hornissennest in der Geschichte des Großvaters erscheint. „Zwiegespräch“ kann somit auch als spurensuchende Rückblickspoesie gelesen werden, für zwei Stimmen des einen Handke.
Wer nun nach Äußerungen zu den Ereignissen unserer Gegenwart oder Bekundungen zu den Diskussionen...