»Tänzerische Begegnungen« am Berliner Metropol-Theater
Aus UK 2/83
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Kommandos wie »Zuschauerraum Licht aus«, »Fertigmachen zur Bühnenprobe« vom Inspizienten eröffnen die Vorstellung und dirigieren die ganze »Werkstatt« hindurch das Geschehen. Arbeitsatmosphäre liegt über diesem ersten Beitrag des dreiteiligen Ballettabends, im Untertitel als »Ballettstunde für die Jugend« apostrophiert. In Trainingskleidung kommen die Tänzerinnen und Tänzer auf die schwarz ausgeschlagene Bühne. Locker wechseln einander Charleston-Probe, Klassisch-Exercice, Jazz-Training, Step-Einlage, »America«-Probe (»West Side Story«) ab. »Wenn ich groß bin ...!?« heißt der zweite Beitrag des Abends. Angeregt durch acht Gedichte aus Eva Strittmatters Band »Ich schwinge mich auf die Schaukel« schuf Choreographin Eva Reinthaller eine Folge von sieben unterschiedlichen tänzerischen Szenen, die von Prolog und Epilog dramaturgisch zusammengehalten und durch beide erst sinnfällig werden. Die Grundidee: Erwachsene, abgestumpft vom Alltagsstreß, abgehetzt vom Leben, abgetrieben von einstigen Idealen, befragen sich nach Kindheitsträumen und was daraus geworden sei.
Scheinwerfer »holen« die jeweiligen »Erzähler« nach vorn. Den Wechsel der Akteure begleitet häufig die Intonation von Herzklopfen; zu Ende jeder Episode werden Teile des betreffenden Gedichttexts eingesprochen.
Bedauerlich, daß Stimmungsgehalt wie Inhalt der Gedichte choreographisch nicht durchgehend adäquat wiedergegeben werden. Problematisch scheint die Wahl der Musik (Günther
Fischer/Mario Peters/Zbigniew Namysłowski). Sie bleibt aufgepfropfte Klangkulisse von teils komplizierter Struktur. Ansonsten beweisen die Schöpfer des Abends eine glückliche Hand....
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