»Tanz – ein Leben« Kammertanz in der Komischen Oper
Aus TdZ 12/1982
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
»Tanz – ein Leben« fand im Rang-Foyer statt, in das die Komische Oper vor allem zu Kammermusikveranstaltungen einlädt. In diesem vierteiligen Kammertanzabend sind neue Meisterchoreographien Tom Schillings zusammengefaßt, geschaffen nach Klaviermusik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Ludwig van Beethoven und Robert Schumann.
Die dreizehn Solisten des Abends haben nicht die Programme der Klavierkompositionen nachzuzeichnen. Sie verleihen vielmehr dem emotionalen Kern, dem Wesen der Musik in thematisch konkreten Szenen tänzerisch Gestalt. Dabei entwickeln sie zum Zuschauer, der hautnah an der Tanzfläche sitzt, engen gedanklichen Kontakt. Die Ideen des Choreographen wirken unmittelbar, in intimer Direktheit aufs Publikum ein.
»Der Lebenskreis« nach »Liedern ohne Worte« von Mendelssohn berührte mich zutiefst. Eigentlich wird nichts anderes gezeigt als einzelne Stationen des Lebens: Kindheit — Jugend — Reife — Alter. Da wirbelt als Mädchen Camilla Markwart schwungvoll über die Szene, demonstrieren Petja Gentschewa, Jörg Lowitsch und Olaf Kaminski in lebendigem Bewegungsstrom zärtliches Zueinanderstreben Jugendlicher, lassen Jutta Deutschland und Dieter Hülse in lyrischen, sich immer neu ineinanderfügenden Bewegungen das Innige einer reifen Liebe spüren, beugen sich Werner Mente und Sigrid Kreßmann-Brück voller Ernst der Bürde des Alters. In jeder der Phasen wird an den Endpunkt des Lebens erinnert, den Tod. Ihn gibt Jens-Peter Urbich ohne beklemmende...
















