Staatliches Tanzensemble der DDR: »Der Müller und der Zwergenkönig«
Aus TdZ 2/1983
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Seit Jahren tritt das Staatliche Tanzensemble der DDR außer mit Folkloreprogrammen auch mit Uraufführungen in Erscheinung. Diese Handlungsballette wenden sich vorrangig an junge Zuschauer. So entstand 1973 »Die Geschichte vom Zwiebelchen« (Musik Georg Katzer), 1975 folgte »Mario und der Zauberer« (Musik Siegfried Matthus), 1976 »Die Regentrude« (Musik Gerhard Tittel). Jüngstes Beispiel ist das Ballett für Kinder »Der Müller und der Zwergenkönig«. Nach Motiven aus der Bechsteinschen Märchensammlung (»Zwergenmützchen« u. a.) schuf Intendant Bernhard Buley ein folgerichtig, verständlich und flüssig erzählendes Märchenlibretto, das in vier Bildern vom Sieg tapferer Rechtschaffenheit über dümmliche Bosheit berichtet.
In das traute Glück fleiß’ger Müllersleute bricht der mißgünstige Zwergenkönig ein, um einen Sack Mehl zu erwerben. Er nutzt die Gelegenheit, den gutartigen Müller zu hänseln, ihm mittels eines Zaubertranks das Herz verhärten zu lassen und das Mühlrad stillzulegen. Den drei mutigen Müllerssöhnen gelingt es, den selbstsicheren Kobold aufzuspüren, zu übertölpeln und in den Besitz seiner Reichtümer sowie seiner Zauberrute zu gelangen. Daß sie dabei verschiedene Gefahren zu überwinden haben, versteht sich. Heimgekehrt, entzaubern sie den Vater.
Gerhard Tittel komponierte eine fast durchgängig schwergewichtig-dramatische, teils illustrierende Musik, die kaum Tänze ausformt. Dort, wo sie folkloreorientiert ist, enthält sie tänzerische Themen (Walzer, Mazurka, Polka). Das setzte Eva...
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