Staatsoper Dresden/Kleines Haus: »Konzertante Tänze« (Tänzerische Kontraste VI)
Aus TdZ 8/1987
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Thomas Hartmann, Meistertänzer und Ballettdirektor an der Dresdner Staatsoper, überraschte mit einem ersten Soloabend. Bedenkt man sein Engagement für die Dresdner Improvisationen und seine faszinierende Ausstrahlung in vielen Rollen, erscheint es zwingend, daß er seine Interpretenpersönlichkeit unter den herausfordernden Bedingungen eines Soloabends unter Beweis stellt.
Er sichert seinem Abend »Konzertante Tänze« künstlerische Geschlossenheit mit Hilfe eines zweiten Solisten, des Pianisten Camillo Radicke, der in den drei Teilen Klavierwerke von Claude Debussy (I »Bewegung üben«), Sergej Rachmaninow (II »Etüden-Bilder«) und Fryderyk Chopin (III »Klang erleben«) interpretiert. Virtuos und empfindsam, kraftvoll und zart, stilistisch in etwas zu geringen Kontrasten. Die Übereinstimmung von Klang und Gebärde, von Musik und Tanz war bemerkenswert.
Auf der leeren, durch wechselnde Lichtstimmungen gestalteten Bühne hatte sich der Tänzer allein durch Körper und Kostüm zu behaupten. Hartmann erfüllte den Raum mit faszinierender Bewegung. Zunächst: Er beobachtet, wie sich die bunte Brecht-Gardine öffnet. Dann treibt ihn die Musik auf die Beine: »Bewegung üben« heißt für ihn, den Körper in modernen Stilen, in Schwüngen, die an Wigman erinnern und in archaisch weit gestreckten Armen Halt finden, in beschwingten, burschikosen Gängen in lebendige Bewegung zu versetzen. Bewegung, die erfühlt ist, kaum aber Emotion ausdrückt. »Etüden-Bilder« tanzt er im schwarzen Trikot mit...
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