Ballett für Kinder: Stralsund, Frankfurt
Aus TdZ 4/1984
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Theater Stralsund (im Theater Putbus)
»Die Geschichte vom tapferen Schneiderlein«
Vor fünf Jahren in Erfurt uraufgeführt, auch in Halberstadt und Görlitz inszeniert, bereitet dieses »Schneiderlein« nun Kindern an der Küste erbauliches Vergnügen. So klein die Bühne in Putbus – dem Theater Stralsund gelang selbst dort eine szenisch und tänzerisch erlebenswerte Aufführung.
In Ermangelung eines hauseigenen Choreographen verpflichtete man Marlies Fritsche aus Görlitz, die das »Schneiderlein« bereits dort einstudiert hatte. In Putbus kam Siegfried Tiefensees Musik aus der »Konserve«. Die Aufnahme besaß Niveau. Als wesentlich an Fritsches Interpretation empfand ich, daß sie jede Figur profilierte und die Ensembles, so klein die Besetzung, handlungsbezogen und ästhetisch ausgewogen choreographierte.
Die Aufführung beginnt zähflüssig, muß doch der Titelheld lange aktionsarm auf seinem Marktstand verharren. Und was sich an Beziehungen tut, läßt sich schwer entschlüsseln. Die Musik muß hier für Gänge, Gesten, Reaktionen herhalten. Ännchen erwehrt sich der Zudringlichkeiten des Königs durch eine Ohrfeige, kommt dafür in den Turm, den Schneider befällt Traurigkeit. Daß er zu einer Reise ins Schloß rüstet, um dem König den Schlüssel zum Turm abzutrotzen, konnte ich nicht erkennen. Was sich nun und wie es sich ereignet auf des Schneiderleins Abenteuerreise, ist kurzweilig, humorvoll und das Gefühl ansprechend. Choreographisch...
.jpeg&w=3840&q=75)















