Kleist-Theater Frankfurt (Oder)
»Die listigen Enten« und »Peter und der Wolf«
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Die Situation des Frankfurter Ballettensembles ist seit langem problematisch. Jahre hindurch hatte es keinen eigenständigen Ballettabend. Die erste Produktion unter der Ägide von Dieter Klimaszyk bedeutete einen Schritt vorwärts, stand aber unter einem nicht sehr glücklichen Stern. Nun trat das Kollektiv mit einer zweiteiligen Inszenierung für Kinder in Erscheinung: »Die listigen Enten«/»Peter und der Wolf«. Für den erkrankten Ballettmeister sprang als Choreographin Ingeborg Feldmann (Theater der Altmark Stendal) ein. Ihr standen vier Tänzerinnen und zwei Tänzer zur Verfügung – ein nicht eben mächtiges Häuflein, auch vom Leistungsvermögen her. Selbst wenn man berücksichtigt, daß die Einstudierungszeit von einem Monat zu kurz war, kann das Ergebnis kaum befriedigen. Hier hätte die Choreographin aus künstlerischer Verantwortung Einspruch erheben müssen.
Den »Listigen Enten« liegt ein Libretto von Lothar Hanff zugrunde. Weshalb die Watscheltiere allerdings das Attribut listig verdienen, blieb in dieser Inszenierung unerfindlich. Dramaturgisch und pädagogisch günstig, daß – wie auch bei »Peter und der Wolf« – die Stückfiguren durch einen Sprecher vorgestellt wurden. Die anfängliche Unruhe machte einer aufmerksamen Beobachtung Platz. Was dort jedoch geschah, scheut man sich, ob seiner Banalität, wiederzuerzählen. Vielleicht hätte ein geschickter Choreograph ein vergnüglich-naives Spiel daraus werden lassen. Feldmanns Erzählweise und Regie enthalten eine Reihe grotesker Unbegreiflichkeiten....
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