Schmetterling im Glashaus »Le Papillon« am Staatstheater Dresden
Aus TdZ 2/1983
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Hundertzwanzigjähriger Dornröschenschlaf ließ »Le Papillon« in Vergessenheit geraten. Der Uraufführung 1860 in der Pariser Oper, der Kaiser Napoleon III. beiwohnte, folgten zwar über vierzig Aufführungen, teils als Vorspann zu Wagners »Tannhäuser«. Doch nach dem frühen Tod der Papillon-Interpretin Emma Livry an den Folgen eines Brandes ihres Kostüms in »Die Stumme von Portici« verschwand das Werk von der Bühne. Erst in den letzten zehn Jahren erinnerte man sich wieder des »Schmetterlings«. Elsa-Marianne von Rosen, Sir Frederick Ashton und Pierre Lacotte choreographierten Teile aus dem Ballett neu. Schließlich erweckte Ronald Hynd »Le Papillon« 1979 mit dem Houston Ballet, 1980 mit dem Sadler’s Wells Royal Ballet zu neuem Leben. Davor hatte es in Braunschweig 1977 einen Rekonstruktionsversuch gegeben (»zur Tanzposse verjuxt«), 1980 verwendete Riccardo Duse am Stadttheater Bern Musik aus »Papillon« und aus »Gaîté Parisienne« zu einer Art Fin de siècle-Sittenbild der französischen Metropole mit dem Titel »Papillons Pariser Leben«.
Das Original nutzte Harald Wandtke zur Grundlage für die Dresdner DDR-Erstaufführung und bearbeitete das Libretto Maria Taglionis und Vernoy de Saint-Georges’ nur soweit, wie das für eine Präzisierung des verwirrenden Geschehens erforderlich erschien. Die Figuren sind nun realer, die Handlung verläuft logischer. Fragen beziehen sich auf die zeitliche und örtliche...
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