Das Wichtigste der Woche
17. August bis 21. August 2026
Intendant des Friedrichstadt-Palast verlängert ++ Mousonturm feiert 100-jähriges Jubiläum ++ Staatsballett zum dritten Mal Compagnie des Jahres ++ Neue Leitung für die Salzkammergut Festwochen ++ Philipp Lux wird Schauspiel-Professor ++ Erster Credo-Preis des Lausitz Festivals geht an Petr Štědroň ++ Vorwurf sexueller Übergriffe gegen Gast-Choreografen am Staatstheater
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Berlin: Intendant des Friedrichstadt-Palast verlängert
Berndt Schmidt bleibt Intendant und Geschäftsführer des Friedrichstadt-Palast Berlin, wie die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt mitteilt. Der Aufsichtsrat verlängerte seinen 2029 auslaufenden Vertrag um weitere fünf Jahre bis zum 31. Juli 2034.
Der Friedrichstadt-Palast ist ein Revuetheater mit langer Tradition. Der Theatermagier Max Reinhardt gründete 1919 das Große Schauspielhaus, dessen Spielplan bereits von Beginn an im Zeichen von Unterhaltung und Tanz stand. In der DDR avancierte der Friedrichstadt-Palast zur wichtigsten Unterhaltungsbühne des Landes und erhielt 1984 ein neues Theatergebäude im Stil der sozialistischen Postmoderne und des DDR-Brutalismus. Schmidt leitet den Palast seit 2007 und legt den Fokus der Bühne auf die Weiterentwicklung der Kunstform des Revuetheaters beziehungsweise -tanzes. Mit dem jungen Ensemble betreibt der Friedrichstadt-Palast zudem das größte Kinder- und Jugendensemble Europas.
Der zuständige Senator Stefan Evers dankte Schmidt für dessen Fantasie und Managementleistung und hob hervor, dass es ihm gelinge, das Haus trotz Budgetkürzungen als Publikumsliebling zu behaupten. Schmidt selbst bedankte sich beim Senat und beim Aufsichtsrat für das Vertrauen und kündigte an, sich weiterhin mit voller Energie für den Palast und sein Publikum einzusetzen.
Frankfurt am Main: Mousonturm feiert 100-jähriges Jubiläum
Der Mousonturm wird hundert Jahre alt, wie das Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main mitteilt. Das expressionistische Gebäude an der Waldschmidtstraße gilt als Frankfurts erstes Hochhaus und wurde 1926 als Hauptsitz der Seifen- und Parfümfabrik J. G. Mouson vollendet. Nach der Schließung der Fabrik wurde der Turm 1988 auf Initiative des damaligen Kulturdezernenten Hilmar Hoffmann zum Künstler:innenhaus umgewidmet und ist heute Frankfurts international profiliertes Produktionshaus für die Freie Szene der darstellenden Künste.
Sein Jubiläum feiert der Mousonturm am Samstag, 22. August, von 13 bis 24 Uhr mit einem kostenfreien Straßenfest rund um den Turm und in der Waldschmidtstraße.
Berlin: Staatsballett zum dritten Mal Compagnie des Jahres
Das Fachmagazin Tanz hat seine Kritiker:innenumfrage 2026 veröffentlicht. Demnach erhielt das Staatsballett Berlin die meisten Stimmen als Compagnie des Jahres und liegt damit zum dritten Mal auf dem Spitzenplatz. Für die Umfrage wurden 34 Kritiker:innen zur vergangenen Saison in mehreren Kategorien befragt. In der Begründung wird hervorgehoben, dass es der Compagnie von Intendant Christian Spuck und seinem Team gelungen sei, von Spielzeit zu Spielzeit mehr Anerkennung zu gewinnen. Als Highlight gilt zudem die Staatsballett-Produktion „Nurejew“ von Regisseur Kirill Serebrennikov und Choreograf Yuri Posskhov.
Choreografin des Jahres ist Sharon Eyal, ausgezeichnet für ihr bei der Ruhrtriennale uraufgeführtes Stück „Delay the Sadness“. In der Kategorie Online Event erhielt Damien Jalets Choreografie „Storm“ für ein Musikvideo des Rappers Yung Lean die meisten Stimmen. Der Preis für das Lebenswerk geht an die brasilianische Ballerina Marcia Haydée, frühere Direktorin des Stuttgarter Balletts. Als „Glanzpunkte des Jahres“ werden zudem das Stuttgarter Ballett, das Ballett Basel, das Wiener Staatsballett, das Ballett am Rhein und die Compagnie Gauthier Dance genannt.
Gmunden: Neue Leitung für die Salzkammergut Festwochen
Die Burgschauspielerin Marie-Luise Stockinger wird ab diesem Herbst neue Leiterin der Sparte „Literatur & Theater“ der Salzkammergut Festwochen, wie der Standard berichtet. Sie folgt auf Karin Bergmann, die die Leitung im Sommer 2022 übernommen hatte und jüngst als interimistische Intendantin an die Salzburger Festspiele gewechselt ist. Zu Bergmanns bedeutendsten Initiativen zählen die Theaterneuinszenierungen in Zusammenarbeit mit österreichischen Landestheatern, die den Gmundner Theatersommer österreichweit sichtbar gemacht hätten, heißt es von Seiten der Festwochen.
Marie-Luise Stockinger, 1993 in Linz geboren, absolvierte ihre Schauspielausbildung 2015 am Wiener Max Reinhardt Seminar und gehört seitdem zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Sie habe sich eigentlich nie in der Position einer künstlerischen Leiterin gesehen, wird die 33-Jährige im Standard zitiert, es gebe jedoch viele Texte und Künstler:innen, deren Begeisterung sie mit anderen teilen wolle. Stockinger wurde von Bergmann als ihre Nachfolgerin vorgeschlagen.
Leipzig: Philipp Lux wird Schauspiel-Professor
Philipp Lux, langjähriges Ensemblemitglied des Staatsschauspiels Dresden, tritt ab dem Wintersemester 2026/2027 eine Professur für Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig an, wie das Dresdner Haus mitteilt.
Lux, geboren 1973 und aufgewachsen in Schleswig-Holstein, studierte selbst Schauspiel an der Leipziger Hochschule. Seit 1998 gehört er zum Ensemble des Staatsschauspiels Dresden und wurde dort 2003 mit dem Erich-Ponto-Preis ausgezeichnet. Von 2010 bis 2016 leitete er Jugendclubs an der Bürger:Bühne, seit 2015 ist er Leiter des Schauspielstudios Dresden.
Görlitz: Erster Credo-Preis des Lausitz Festivals geht an Petr Štědroň
Der erste Preisträger des 2026 geschaffenen Credo-Preises des Lausitz Festivals heißt Petr Štědroň, wie das Festival mitteilt. Der 1976 in Brno geborene Theaterintendant, Germanist und Übersetzer wird für sein Engagement für die Kunst als gesellschaftlich relevante und für das Zusammenleben der Menschen unverzichtbare Kraft geehrt. Štědroň leitet seit 2013 das Prager Divadlo na Zábradlí (Theater am Geländer), Theater des Jahres 2025 in Tschechien, übernahm 2021 die Intendanz des Deutschsprachigen Theaterfestivals in Prag und wird ab der Spielzeit 2028/29 Intendant des Nationaltheaters Brno. Zudem ist er als Übersetzer deutschsprachiger Theaterstücke, literarischer Prosa und Poesie ins Tschechische tätig.
Der undotierte Preis wird Štědroň im Rahmen des Eröffnungskonzerts des Lausitz Festivals am 25. August 2026 in der Kirche St. Peter und Paul in Görlitz überreicht. Die Laudatio hält Thomas Oberender, langjähriger Leiter der Berliner Festspiele. Bei der Preisverleihung erklingt, eingebettet in die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach, ein neu komponiertes „Credo“ von Sylvain Cambreling, Chefdirigent der Symphoniker Hamburg. Künftig soll parallel zur alle zwei Jahre stattfindenden Preisvergabe jeweils ein neues Credo uraufgeführt werden.
Saarbrücken: Vorwurf sexueller Übergriffe gegen Gast-Choreografen am Staatstheater
Ehemalige Ensemblemitglieder des Saarländischen Staatstheaters erheben schwere Vorwürfe gegen den früheren Gast-Choreografen Abou Lagraa, wie der Saarländische Rundfunk berichtet. Demnach soll es während der Proben zur Ballettproduktion „Orfeo ed Euridice“ Anfang 2023 zu sexuellen Übergriffen durch den französischen Choreografen gekommen sein. Die Produktion wurde damals abgesagt, offiziell wegen „unüberbrückbarer Differenzen“ zwischen Lagraa und dem Theater.
Tänzer:innen hätten laut SR fast 20 mutmaßliche Vorfälle dokumentiert. Der damalige Intendant Bodo Busse habe dies zunächst nicht ernst genommen und erst auf Druck der Bühnengewerkschaft reagiert, indem er das Stück strich. Busse widerspricht dieser Darstellung und erklärt, er habe die notwendigen Schritte sofort eingeleitet. Lagraa habe sich dem SR zufolge auch nach mehrfacher Anfrage nicht zu den Vorwürfen geäußert.
Redaktionsschluss: 15:00 Uhr
Erschienen am 21.8.2026










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