Stunde des Tanzes I
Aus TdZ 12/1978
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Eine lange Publikumsschlange vor der Volksbühnen-Kasse noch kurz vor Beginn der ersten »Stunde des Tanzes«: die neue Veranstaltungsreihe in Berlin kann mit großer Resonanz rechnen! Im Programm des ersten Abends von geplanten vier in dieser Spielzeit wirkten Solisten und Corps de ballet der Deutschen Staatsoper, der Komischen Oper und des Metropol-Theaters Berlin, des Fernsehens der DDR, des Friedrichstadtpalastes und des Erich-Weinert- Ensembles der NVA mit sowie Schüler und Studenten der Staatlichen Ballettschule Berlin. Der Abend stand im Zeichen der Solidarität (die Honorare der Mitwirkenden, eine Sonderspende des EWE sowie der Betrag einer Sammlung der Ballettschüler kamen dem Solidaritätskonto zugute), optisch besonders beeindruckend gestaltet im Beitrag »Chilenisches Lied« des Fernsehballetts (Choreographie Boris Eifmann) mit den expressiven Solisten Alla Ossipenko und John Markowski.
Neben Klassisch- und Folkloristisch-Bewährtem, vielfältigen Schüler-Beiträgen und einer farbig tänzerischen Show (»Bolero« von Ravel/Walther) des Palast-Balletts prägten mehrere neu erarbeitete Choreographien (Dietmar Seyffert, Udo Wandtke, Fritz Lindner) das Profil des Programms. Arila Siegerts Miniatur »Progreß« (Musik Edwin Sadowski) beeindruckte durch Gedankentiefe und Ausdruckswillen. Stürmisch begrüßt nach langer, krankheitsbedingter Pause: Hannelore Bey (mit Dieter Hülse) in einem Duett Hanna-Florian aus »Schwarze Vögel«. Die Stunde des Tanzes II im Dezember stellt u.a. Choreographien von Hermann Rudolph zur Diskussion.
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