García Lorca zum Gedenken. Landestheater Eisenach: »Ballettabend 86«
Aus TdZ 10/1986
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Am 19. August waren es 50 Jahre, daß spanische Faschisten Federico García Lorca ermordeten. Seinem Andenken ist der zweiteilige »Ballettabend ’86« des Eisenacher Landestheaters gewidmet. Auch die Komposition, die dem ersten Beitrag zugrundeliegt, entstand zum Gedenken an García Lorca: Udo Zimmermanns »Sinfonia come un grande lamento« (1977). Sie regte Günther Smigay zu einem sinfonischen Ballett an, das den Titel des eingespielten Musikwerks beibehält.
Von allen Seiten laufen Tänzer auf die Bühne, barfuß und in schlichter Kleidung – vor dem weißen Rundhorizont treffen sie in Diagonalstaffelungen aufeinander. Ein Schuß läßt sie sich die Ohren zuhalten – einer der Ihren sinkt zu Boden. Man trägt ihn beiseite, betroffen legen sich die anderen um ihn. Nur ein Mädchen bleibt stehen, tanzt ein entschlossenes Solo und vermag ihre lethargischen Kameraden aufzurichten. Mehrmals kommt es zu Kollisionen innerhalb der Gruppe, bricht Bedrohung von außen ein, doch vermag die kampfentschlossene Menge sie abzuwehren. Auf den lange gehaltenen Schlußton wenden sich alle im Ausfall zum Publikum.
Die dynamische Musik voll klarer Themen und weiter Bögen scheint bestens für Tanz geeignet (Dresden, Berlin, Augsburg). Die Choreographie versucht ihren Atem zu übernehmen, ihre Stimmung zu erfassen. Hervorhebenswert die stilistische Geschlossenheit der Umsetzung, die Variabilität...
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