Leistungswilliges junges Ensemble. Eindrücke beim Ballett der Staatsoper Dresden
Aus TdZ 2/1987
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
»Am 4. Juli 1612 ward vom Dresdner Hof der Springer Adrian Rothbein dergestalt bestellet und angenommen, daß er unsern Edle Knaben, und andern so wir ihnen untergeben werden, im springen, Tanzen, und dergleichen, fleißig untermeistern und lernen soll.« Damit begann die Dresdner Ballettgeschichte, auf die 1747 auch Noverre Einfluß nahm. 1920 begann, unabhängig von der Oper, Mary Wigman ihre Dresdner Tätigkeit, die weltweit und richtungsweisend den modernen Tanz beeinflußte. Ihr Schulgebäude Bautzner Straße 107 diente nach dem Krieg dem Ballettensemble als Übungsstätte, bis zu seinem Um- und Einzug in die kostbar neu erstandene historische Semperoper. Was durch äußere Umstände gekennzeichnet, wurde zum Wesen des Dresdner Balletts: die Synthese des Klassischen Balletts und des Ausdruckstanzes zu einem modernen, zeitgenössische Ausstrahlung erstrebenden Tanz.
Als Auftrittsorte stehen die große Bühne in der Semperoper und, für Kammertanz, das Kleine Haus zur Verfügung. Nicht ausgeschlossen wird, auch im Schauspielhaus wieder Ballettabende zu zeigen. In der Saison sind 82 Ballettabende vorgesehen, etwa 60 davon in der Semperoper. Die große Bühne bedingt ein großes Ensemble, allerdings sind von den 72 Planstellen gegenwärtig nur 64 besetzt (Vakanzen in der Herren-Gruppe). Mehr als zwei Drittel aller Ensemblemitglieder absolvierten die Palucca Schule Dresden. Wenige kommen von der Leipziger...
















