Bericht
Historisches Gedenken ohne Schuldzuweisung
Die Performance „Hell ist die Nacht“ erinnert an die die Nacht, in dem 500 Menschen die Würzburger Bombennacht des 16. März überlebten
Assoziationen: Performance Musiktheater Bayern
Erschienen am 14.3.2025
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Ein klammer, staubiger Keller, tief unter der Stadt. An den Säulen handgemalte Inschriften wie diese: „Maria voll der Gnade, hilf uns, dass der Feind nicht schade“. Hier überlebten 500 Menschen – 300 Klosterschwestern und 200 Soldaten – die Bombennacht des 16. März 1945. Als englische Bomber 360.000 Stabbrandbomben über einer Stadt abwarfen, die sich angesichts fehlender Rüstungsbetriebe und großer Kunstschätze einigermaßen sicher vor Bombardierungen gewähnt hatte.
Es ist der ehemalige Luftschutzkeller des Mutterhauses der Würzburger Erlöserschwestern. Heute ist der Raum einer der Schauplätze des außergewöhnlichen Stücks „Hell ist die Nacht“. Die „musiktheatrale Installation“ wurde erstmals im Juni 2024 als Produktion des Mozartfests aufgeführt.
In acht weiteren Vorstellungen, diesmal unter der Trägerschaft der Kongregation, erleben dieser Tage, anlässlich des 80. Jahrestag der Bombardierung, Schülerinnen und Schüler Würzburger Schulen, wie sich Musik aus drei Jahrhunderten, Lyrik und Zeitzeugenberichte zu einer zutiefst bewegenden Inszenierung verschmelzen lassen. Und wie historisches Gedenken ganz ohne Schuldzuweisung gelingen kann.
Die knapp 80 Besucherinnen und Besucher pro Vorstellung betreten beim Rundgang Säle mit niedrigen Gewölben auf gedrungenen Säulen, meistern steile Treppen, durchstreifen unterirdische Gänge. Auf die Jugendlichen der ersten Vorstellung am Montag verfehlten Ort und Stück ihre Wirkung nicht. Kein Geschubse, kein Gekichere, sondern eine Konzentration und wohl...
Erschienen am 14.3.2025