Gespräch
Der Faktor Zufall – Performances fernab von der Bühne
Angie Hiesl und Roland Kaiser sind Pioniere von Inszenierungen im öffentlichen Raum – ein Gespräch mit Stefan Keim
von Stefan Keim und Angie Hiesl + Roland Kaiser
Assoziationen: Dossier: Kunstinsert

Wie genau funktioniert eigentlich die Zusammenarbeit von euch als Duo?
Roland Kaiser: Wir machen alles gleichberechtigt. Angefangen vom Konzept bis zur Realisierung, Regie, Choreografie und Installation. Wir sind seit 1992 ein Paar. Damals habe ich noch meine eigenen Arbeiten gemacht und war dann in einer Inszenierung von Angie als Performer beteiligt. Allmählich hat sich die Zusammenarbeit entwickelt, und seit 1997 sind wir künstlerisch ein Duo.
Angie Hiesl: Ich habe seit den 1980er Jahren meinen eigenen Stil entwickelt und in der Darstellenden Kunst ausschließlich ortsspezifisch gearbeitet, was damals noch Neuland war. Es begann in Köln in der Stollwerck-Fabrik, es folgten Projekte im Neptunbad, im HBF Köln oder an der Südbrücke. Und es ging weiter an vielen anderen Orten, in privaten und öffentlichen Räumen, immer fernab der Bühne.
Arbeiten im öffentlichen Raum bedeutet ja, einen Teil der Kontrolle abzugeben, was da genau passiert. Ihr macht das jetzt seit einigen Jahrzehnten. Ist der Reiz ungebrochen, sich dem Unvorhersehbaren auszusetzen?
AH: Genau das lieben wir. Der Zufall ist ein wesentlicher Faktor unserer Arbeit. Der sich ständig verändernde Stadtraum ist ein wichtiges Element vieler unserer Projekte, städtebaulich, aber auch als sozialer Raum, somit auch die Menschen und ihre Reaktionen oder Nicht-Reaktionen. Unsere Interventionen im öffentlichen...



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