Karl-Marx-Stadt: »Die Erschaffung der Welt«
Aus TdZ 3/1983
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Ähnlich wie in der »Steinernen Blume« ein halbes Jahr zuvor schuf Brigitte Preuß für die »Erschaffung der Welt« eine eigene Einrichtung, zugunsten einer logischen, lebendigen, überzeugenden Handlungsführung. So lustig, gewitzt und turbulent Gott/Engel und die Teufel ihre Plänkeleien um das erste Menschenpaar führen, im Mittelpunkt stehen Adam, Eva und ihr Weg in ein unabhängiges Leben. Das Finale dieser Version: am Horizont ein Kornfeld, davor ein junges Menschenpaar samt Nachkommenschaft. Dieses lichte Sinnbild entspricht der Heiterkeit und Sachlichkeit der Aufführung insgesamt.
Die Musik kam über Lautsprecher. Die leere Orchesterwanne kam der Inszenatorin gelegen als Auftrittsort und Unterschlupf der Teufel. Gott schwebt auf einer idyllischen Cumulus-Wolke durch’s All. Er »brütet« aus Eiern drei appetitliche Engel aus – und einen agilen Teufel, denn der Urteufel hatte ihm ein Ei untergeschoben! Adam, aus Ton geschaffen, ist zunächst ein verspieltes Baby, Eva, aus seinem Brustkorb gesägt, sogleich die selbstsichere und gefühlsstarke Frau. Ihr großer Pas de deux prägte sich als interpretatorischer Höhepunkt des Abends ein.
Mit der »Erschaffung der Welt« konnte Brigitte Preuß ihr Ensemble günstig präsentieren. Sie bewies mit dieser Inszenierung erneut regielich-choreographische Fantasie.
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