Interpretenwettbewerb Tanz
Aus UK 6/84
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Bewarben sich 1982 noch 15 freischaffende Tanzdarbietungen um eine Teilnahme am VI. Interpretenwettbewerb, von denen damals acht delegiert werden konnten, so stellten sich diesmal nur sechs Darbietungen, die ohne Vorentscheid in Karl-Marx-Stadt antraten. Weil sich drei davon aus Tänzern des Friedrichstadtpalastes rekrutierten, nannte man in Fachkreisen die Tanzschau ein »heimliches Palast-Festival«. Ihnen, den Abgesandten des Weltstadtvarietés, war es naturgemäß ein leichtes, die Preise unter sich auszumachen, zumal sich die drei Formationen gestandener Choreographen wie Emöke Pöstényi, Volker Tietböhl, Detlef Völker, Ferenc Salmayer versichert hatten, was auch eine Frage des günstigen Zugriffs sein dürfte. Leider konnten die angekündigten zwei Darbietungen des Fernsehballetts, darunter das Solisten-Trio Susan Baker/Norbert Wagner/Reiner Praikow, nicht auftreten sie wären als vergleichbare Konkurrenz dringend notwendig gewesen, hätten die Entscheidung möglicherweise beeinflußt. Den übrigen drei Darbietungen, die sich zu großen Teilen aus ehemaligen Tänzern des Laienschaffens zusammensetzen, blieben geringe Chancen bei der Preisvergabe. Überdies gestalteten Vertreter lediglich dreier Bezirke (Berlin, Halle, Karl-Marx-Stadt) den Wettbewerb. Hält man sich vor Augen, daß es in der DDR insgesamt etwa 80 frei- oder nebenberufliche Tänzer gibt davon kommt jeweils rund ein Drittel aus dem Laienschaffen und dem Gesellschaftstanz, nur ein Drittel verfügt über eine professionelle Ausbildung , so wird,...
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