Wieder am Anfang. »Stunde des Tanzes 44« in der Volksbühne
Aus BA, 15.6.1990
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Nicht jeder hat so viel Glück wie Holger Bey. Dem Absolventen der dreijährigen Berliner Choreographen-Ausbildung an der Schauspielschule, geleitet von Dietmar Seyffert, stand zur Präsentation seiner Diplom-Abschlußarbeit die 44. Stunde des Tanzes zur Verfügung ein Podium, auf das manch langgedienter Choreograph vergeblich harrte.
Jahrgang 58, siebenjähriges Studium an der Palucca Schule Dresden, Tänzer in Karl-Marx-Stadt und Dresden; seit 1983 beim Ballett des einstigen Erich-Weinert-Ensembles Beys Werdegang. Seit langem macht er durch so intelligente wie eigenwillige Choreographien auf sich aufmerksam, mit Tendenz zum Tanztheater: zeitbezogen, kritisch, Wort, Musik und Bewegung integrierend. Von seinen damit errungenen Preisen wiegt der 1. Preis beim 89er Ballettwettbewerb am schwersten. Ein talentierter Tanzschöpfer am Anfang seines Weges.
Eine Zusammenschau bisheriger Arbeiten bot der erste Teil, der zwei Uraufführungen enthielt. Drei der Werke beschäftigen sich mit nicht zustande gekommenen zwischenmenschlichen Beziehungen. In »Préludes« (Musik George Gershwin) umwerben drei Burschen ein Mädchen bevor es sich entscheiden kann, ist die Situation vorüber. »La Porte« (Fryderyk Chopin) zeigt, wie zwei Menschen vergeblich versuchen, ihr Getrenntsein durch eine Tür zu überwinden, und in »Rondo« (Henry Purcell) scheitert die Flucht eines Mannes aus einer erstarrten Bindung an seiner eigenen Unentschlossenheit. Drei hellsichtige Studien, die freizügig mit der Klavier- bzw....
.jpeg&w=3840&q=75)















