Säuselnd sehnende GefühleKomische Oper: »Trilogie der Sehnsucht«
Aus TdZ 7/1990
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Eine »Trilogie« war angekündigt – damit verbinden sich Erwartungen an die Zusammengehörigkeit der Teile – inhaltlich, musikalisch, stilistisch. Die Fügung jenes Werktrios scheint eher erzwungen denn zwingend. »Der Wind« leitet den Abend ein, braust in Orkanstärke akustisch durchs Haus, verschnürte Pakete fliegen auf die Bühne, aus den Proszeniumslogen treibt es neun Gestalten in Plastik-Regenmänteln. Sie biegen sich im Sturm, werden umhergewirbelt. Umgetriebene des Lebens. Als das Getöse verebbt, treten, ihrer Mäntel entledigt, die Menschen hervor. Zu drei von Ravels fünf Klavierstücken des Zyklus »Miroirs« vollziehen sich atemreich vielschichtige Kontakte als parallele Soli, Duette, Trios. Mögliche Partner entdecken, verlieren einander, nutzen die Windstille zu Spielen schmiegender Sehnsucht, bis der Sturm sie wieder trennt. Die gewonnene Erfahrung läßt sie ihren Weg durchs Leben gefaßter aufnehmen.
Was Joachim Ahne für sein musikfühliges, impressionistisch getöntes Werk an stimmungszeugender tanztechnischer Brillanz eingefallen ist, verdient Beachtung. Jede Figur erhält ihr Bewegungsvokabular, ein durch Kontraktionen bereichertes Klassisch. Charakterisieren den einen rasante Pirouetten, so kennzeichnen andere weich fließende Schwünge oder harmonisch ausflutende lineare Abläufe. Exzellente Leistungen bei den fünf weiblichen und vier männlichen Interpreten dieser dichten, so originellen wie organischen Miniaturen menschlicher Begegnungen.
Die Drehbühne rollt eine Art Arena heran, begrenzt von hohen, käfigartigen Stühlen – Dekoration für...
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