Darsteller erinnern sich: Nora Mank
Aus TdZ 7/1984
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Sie waren bis 1972 Primaballerina der Deutschen Staatsoper Berlin und leisteten Bedeutendes für die Entwicklung des DDR-Balletts. Woran denken Sie besonders gern?
Prokofjews »Romeo und Julia« galt meine Leidenschaft, die Julia war mein größter Wunschtraum. Lilo Gruber choreographierte 1963 dieses Ballett. Sie erarbeitete die Partie der Julia sehr intensiv und mit mir gemeinsam, ließ mir freie Hand, die Rolle zu gestalten, wie ich sie empfand.
Sie waren die erste Tänzerin der DDR, die in »Schwanensee« die Odette/Odile als Doppelrolle tanzte?
Es gehört psychisch und physisch enorm viel dazu, beide Partien durchzustehen. Deshalb empfand ich für sie mehr eine Haßliebe. Dennoch, die Odette/Odile habe ich sehr gern getanzt. Aber meine Stärke lag mehr in der Gestaltung von Frauenrollen wie zum Beispiel Julia oder Maria in der »Fontäne von Bachtschissarai«.
Ihr Drang nach darstellerischem Ausdruck muß einen Ursprung haben – schon in Ihrer Ausbildung?
Klavierspiel und Gymnastikgruppe weckten in mir den Drang zur Bewegung. Beim Leipziger Ballettmeister Herbert Freund erlernte ich die ersten Tanzschritte, dann übernahm Tatjana Gsovsky meine Ausbildung. Obwohl sie Klassisch unterrichtete, legte sie großen Wert auf ausdrucksvolle Bewegungen des gesamten Körpers. 1950 erhielt ich einen Eleven-Vertrag mit 90 Mark Monatsgage, ein Jahr später wurde ich an der Staatsoper...
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