Staatsoper Dresden: Denk-An-Stöße
Aus TdZ 8/1989
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
»Tänzerische Kontraste« ist ein Serientitel, unter dem das Dresdner Ballettensemble seit Jahren Choreographien mit Kammertanzcharakter vorstellt. Ausgabe VIII trägt die Überschrift »An-Stöße« und gibt fünf Tänzern des eigenen Hauses Gelegenheit, sich mit sechs Arbeiten der kleinen Form zu präsentieren. Die Klammer: allen liegt Musik einheimischer Komponisten zugrunde. Zwei der Beiträge waren beim Choreographiewettbewerb in Dessau erfolgreich: »Schneefrucht« (3. Preis), »Lieber Frieden« (2. Preis).
Mit »Jugend« liefert Maik Hildebrandt seinen Choreographen-Einstand. Der junge Tänzer, Absolvent der Palucca Schule und die zweite Spielzeit an der Semperoper, bricht eine Lanze für den Jazztanz. Nach Musik von Arnold Fritzsch (»Sex«) und Jürgen Ecke (»Bolero«) leben drei Mädchen und drei Jungen vor den Brandmauern als schroffer Kulisse ihre Gefühle aus. Nicht immer fließt die Choreographie organisch aus den Körpern, ist das Bewegungsmaterial variant genug. So bleibt das Thema mehr angerissen denn erfüllt.
In »Monolog Du weißt, ich bin da«läßt Carla Börner eine junge Frau Einblick in Gefühlsstationen geben: Einsamkeit, Sehnsucht, Ahnungen von Glück, Verzweiflung, Schmerz. Im Bett sitzt sie, nachts, wenn die Empfindungen geballt und geschärft über einen kommen. Udo Zimmermanns Liederzyklus »Ein Zeuge der Liebe, die besiegt den Tod« für Sopran und Kammerorchester ist der musikalische Anreger des Werkes. Börner lotet ihn sensibel aus....
.jpeg&w=3840&q=75)















