Garderobengespräch mit Lilo Gruber
Aus TdZ 1/1985
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Am 3. Januar beging Lilo Gruber ihren 70. Geburtstag. Die Ballettentwicklung unseres Landes verdankt ihr entscheidende Impulse: die Uraufführungen »Neue Odyssee« (Libretto Albert Burkat/Musik Victor Bruns), »Ballade vom Glück« (Edith Kühl/Kurt Schwaen) und »Steinigung« (Musik Gerhard Keil); die DDR-Erstaufführungen »Die Flamme von Paris« (in Leipzig), »Gajaneh« sowie die erste Berliner Inszenierung von »Schwanensee« und »Sklaven«, eigene Versionen von »Coppelia«, »Romeo und Julia« und »Giselle«. Sie unternahm mit dem Ballettensemble der Deutschen Staatsoper Berlin– deren Chefchoreographin sie von 1955 bis 1970 war – die erste Auslandstournee, war mehrfach Mitglied internationaler Jurys, ist Ordentliches Mitglied der Akademie der Künste der DDR, wurde mit hohen staatlichen Auszeichnungen geehrt.
Meinen Eltern danke ich es, daß sie unter größten Entsagungen die Mittel erübrigten, mir den privaten Unterricht an der Ballett-Schule der Geschwister Zimmermann in Berlin-Charlottenburg zu ermöglichen. Das bedeutete, viermal in der Woche, nach der Schule, mit dem billigsten und langsamsten Verkehrsmittel von Schöneweide nach Charlottenburg zu fahren. Im zweiten Ausbildungsjahr durfte ich an Schul-Aufführungen mitwirken, kurz darauf wurde ich »Vortänzerin«. Natürlich war ich ehrgeizig, wollte ja Ballett-Tänzerin werden.
1932 war meine erste tänzerische Grundausbildung abgeschlossen. Jetzt kamen die Engagement-Probleme! Die Theater spielten nur acht Monate. Vier Monate ging...
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