Grita Krätke
Aus TdZ 6/1982
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
begeht am 11. Juni ihren 75. Geburtstag. Schon vor Gründung der DDR, im Mai 1945, setzte sie als Choreographin in Schwerin ihre künstlerischen und pädagogischen Fähigkeiten für die Entwicklung der Ballettkunst ein. 1951 wurde sie als Pädagogin an die Berliner Ballettschule berufen, 1963 als Choreographin an die Deutsche Staatsoper Berlin engagiert.
Ich war zehn, als meine Eltern von Leipzig nach Kiel zogen. Dort suchte das Stadttheater Kinder im Weihnachtsmärchen »Des Knaben Wunderhorn«, das von einem armen Jungen erzählte, der Musiker werden möchte. Die Ballettmeisterin stellte die Aufgabe, uns so zu bewegen, als steckten wir in einer Baßgeige. Ich wurde genommen.
Nach vier Jahren Kinderballett begann ich 1926 als Elevin am Stadttheater Kiel. Die Gage betrug 75 Mark.
Ich arbeitete wie eine Besessene und besuchte daneben die dortige Laban-Schule, deren moderne Technik mich faszinierte. Nach einem Jahr wurde ich Solistin. Meine erste große Rolle war die Prinzessin in Strawinskys »Feuervogel«. Ein Kritiker schrieb: »Ihr Tanz wurde zum Erlebnis des Abends.« Solch Lob stärkte mein Selbstvertrauen.
Das Angebot meiner Ballettmeisterin Käte Effelberger, mit ihr nach London zu gehen, schlug ich aus, ebenfalls die Chance, bei Yvonne Georgi in Hannover zu arbeiten, eine Fehlentscheidung.
Intendant Hartmann verpflichtete eine Ballettmeisterin aus Wien...
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