Landesbühnen Sachsen: »Der Diener zweier Herren«
Aus TdZ 9/1985
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Goldonis turbulente Liebes- und Degenkomödie vom »Diener zweier Herren« Truffaldino hält auch in der Ballettversion von Jan Rey (Libretto) und Jarmil Burghauser (Musik) in vergnüglicher Spannung. Wie Beatrice ihren Florindo, Clarice ihren Silvio bekommen und Smeraldina aus Truffaldino einen akzeptablen, ihr zugetanen Kerl macht, erzählt die Radebeuler Aufführung klar und herzhaft humorvoll. Eva Hennig macht mit ihrer Inszenierung deutlich, wie wichtig ehrliche Gefühle für partnerschaftliches Glück sind. Weshalb aber die Geschichte in eine Rahmenhandlung geklemmt werden mußte (wandernde Tänzer-Komödianten spielen das Stück vor), blieb mir unverständlich. Sie schnitt ihre schlichte, dennoch an Formen, Schrittkombinationen und Hebungen phantasievoll abwechslungsreiche Choreographie individuell auf jeden Tänzer zu, daß jeder in seiner Rolle sich sehenswert präsentieren konnte.
Die unverwüstliche, charmante Sigrid Schnapka besitzt darstellerischen Witz genug, die Hosenrolle der gebeutelt liebenden, flexibel und ideenreich ihr Ziel ansteuernden Beatrice gestisch treffsicher zu interpretieren. Tänzerisch überzeugten vor allem Mirka Krieger (leicht in Hebungen und Sprüngen) und Leander Ebeling (der virtuos vielseitige Gestaltungsmittel, bis hin zu Pantomime und Akrobatik beherrschte) als das am Ende wohl glücklichste Paar Smeraldina/Truffaldino. Verschiedene Episodenrollen gestalteten Schüler der Palucca Schule Dresden lebendig und mit sichtbarem Spaß an der Sache.
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