Staatsoper Dresden: »Wandlungen«
Aus TdZ 1/1980
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Dresdner Publikum erlebte erstmalig in der DDR das beeindruckendste Werk aus der Tradition des Ausdruckstanzes, Kurt Jooss’ Anti-Kriegs-Ballett »Der grüne Tisch«, durch ein Gastspiel des Folkwang-Balletts Essen (1964) und, wenige Jahre danach, in einer Aufführung des Cullberg-Balletts Stockholm. Nun tanzte das Dresdner Staatsopernballett die erste DDR-Inszenierung dieses »Totentanzes in acht Bildern«. Nicht zufällig krönte die Erstaufführung den neuen dreigeteilten Ballett-Abend, denn »Wandlungen« umreißt das künftige Programm der Dresdener Ballett-Arbeit. In dem nimmt neben dem Klassischen Ballett der Moderne Tanz eine entscheidende Position ein, natürlich auf der Grundlage Dresdner Traditionen, die von Persönlichkeiten wie Dalcroze, Wigman, Palucca, Hoyer geprägt wurden.
»Wandlungen« ist auch die Visitenkarte des neuen Chefchoreographen der Staatsoper Dresden Harald Wandtke. Seit Jahren gehört er zu den bekannten Tänzerpersönlichkeiten unseres Landes, als Solist der Komischen Oper, Choreograph in Berlin und Dresden. Seine Choreographie von Paul Dessaus »Bach-Variationen« betrachtet er als ein Stück, das »Erwartungen wecken soll«. Mit ihm leitet er das Programm ein, will weniger mit sich selbst als mit seinem Ensemble bekannt machen. Dessau hatte sein Orchesterwerk mit der Absicht komponiert, jeden Instrumentalisten gebührend zu Worte kommen zu lassen. Dieser auf exzellente solistische Wirkungen zielende Charakter des Werkes entsprach dem Anliegen Wandtkes, das Ensemble...
.jpeg&w=3840&q=75)















