Riskantes Unterfangen? Ballett in Radebeul, Altenburg, Zwickau
Aus TdZ 7/1979
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Den kleinen und mittleren Bühnen kommt ein hohes Maß an Verantwortung zu. Drei abendfüllende Ballette an mittleren Bühnen stehen hier zur Diskussion.
Dass »La Fille mal gardée« 1979 noch immer ein deftiger Spaß ist, ist in Radebeul das Verdienst des Choreographen Günter Buch, der die Fähigkeit zum gestalterischen Detail besitzt und zu wunderschön stimmiger Umsetzung der Musik findet, der den Atem der Aufführung nicht abreißen läßt und weiß, wie man sein Ensemble nicht überfordert. Daß er nicht in jedem Fall über ideale Darsteller verfügt, handicapt ihn, führt aber doch zu einer respektablen Inszenierung ohne konzeptionelle und musikalische Striche gegenüber der Berliner Fassung. Hier wird erfreulicherweise getanzt und gespielt, und das mit sichtlichem Vergnügen. Eine oft geradezu umwerfend komische Gestaltung ist die große Stärke dieses Ballettabends. Buchs Sinn für’s Komische kann sich hier originell entfalten.
Er erfindet immer wieder neue Gags, lustige, treffsichere, die Personen charakterisierende Situationen. Am besten gelingen ihm die komischen Figuren dieser ländlich-derben Idylle, allen voran Alain (Leander Ebeling), der bemitleidenswert hilflose Zartling und Neureich-Sohn. Beispielsweise, wenn er an Lisa »verschaukelt« wird; wenn die handelseinig gewordenen Eltern in Kreuzhandfassung ihre Kinder herumschleudern, sie, Lisa, elegant, Alain waagerecht in der Luft, strampelnd und zappelnd, wie an einer Bauchbinde...
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