Kolumne
TdZ+Die drei von Ventotene
Über den Ursprung der europäischen Idee als ein Europa der Völker
Erschienen in: Theater der Zeit: Miser Felix Austria – Martin Kušej über seinen Start am Burgtheater (09/2019)
Assoziationen: Debatte

Die Strache-Partei, die Österreicher-AfD, auf Deutsch gesagt, hat bei der Europawahl meiner Erinnerung nach um die 17 Prozent eingefahren. Die deutschen Linken dagegen nur 5,5 Prozent. Genau so viel haben im Vergleich zu vorausgegangenen Landeswahlen beide Parteien verloren. Heißt: Die deutsche Linke ist für Europa in Deutschland halbiert worden. Die Strache-Sause („Ja bist du deppert: Is de schoaf.“) in Ibiza hat gleich die ganze österreichische Regierung abgetakelt. Die deutschen Linken haben sich darauf geeinigt, dass die Verluste bei ihnen mit ihrer Zerrissenheit in Sachen EU zu tun haben: Die einen wollen sie, die anderen nicht. Die sie wollen, glauben an (oder hoffen auf) ein Europa der Völker. Die, die Europa ablehnen, tun es, weil sie genügend Belege zu haben meinen, dass Europa sowieso von Anfang an als Europa der Konzerne gedacht war. Auf jeden Fall ist Brüssel ein beliebter Treffpunkt von Lobbyisten: Laut der Zeitung der Freitag vom 4. Juli 2019 kommen vier von denen auf eine(n) EU-Beamt(e)in. Die werden also alle permanent geviertelt. Wie soll da ein einiges Europa herauskommen? Und dieses Gemetzel soll die neue Übermutter Frau von der Leyen im Auftrag von Macron und Merkel nun koordinieren – also im Auftrag der europäischen Konzerne.
Ganz stimmt das...















