»Fish on the Beach« in Cottbus
Aus TdZ 2/1992
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Für eine intime Aufführungsstätte kreiert: »Fish on the beach« in der Kammerbühne des Brandenburgischen Staatstheaters Cottbus. Der Berliner Jo Fabian ist von Haus aus Schauspieler und Regisseur. Seine Inszenierung nennt er ein Tanztheaterprojekt.
Ähnlich wie in »To play« von 1990 zaubert Fabian Phantasie-Bilder auf die Szene, aus denen, wer will, eine Handlung lesen kann, wenn es ihm gelingt, das Mosaik gestischer Episoden mit eigenen Gedanken zusammenzuklitten.
Der Bühnenboden ist eine Kiesfläche, auf die ein Mikrophon gestellt ist, daneben das Modell einer Kogge. Im Hintergrund Projektionen – ein mondähnlicher Punkt, in den seltsame Gebilde (Rasierpinsel, Spirale, Hut) »fließen«, und liebliche Mädchenköpfe, Männer mit Hüten, baumelnde Füße.
Rechts sitzen auf einem Tisch rücklings drei entblößte Mädchen und unterhalten sich in Gestensprache. Davor liegt eine Gestalt an einer Uhr, rappelt sich auf, mausert sich zum Prinzen im modernen dunklen Anzug, mit Zopf und Hut. Von links »schwimmt« Undine zu ihm, lieblich, silbrig, zielstrebig. Dahinter ruht auf einer Tischplatte ein riesiger Fisch, dem später die blonde Ursula entschlüpft. Undine und Prinz ertasten sich, sie voller Sehnsucht, er genießerisch mit geschlossenen Augen. Steif wie die Klingen einer Schere pendeln ihre Oberkörper einander zu, bis sich ihre Stirn berührt. Später speist er, mit...
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