Andalusisches Roulette mit Almut Dorowa
Aus TdZ 11/1989
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Schaufenster Sophienstraße 6. Der Jugendclub Mitte hat hier sein Domizil. Ungewohnte Klänge, Rhythmen, nicht auf einer Trommel geschlagen. Neugierde, magische Anziehung. Ein Raum – plötzlich Arme, Hände, Röcke, Füße, schwarze Schuhe, ein bebender Boden gepeinigt von wirbelnden Füßen, andalusisches Gitarrenspiel.
Ich nutze den Augenblick, um zu der Frau zu gelangen, die die Fäden zu diesem fantastischen Zusammenspiel von Anmut und mitreißenden Rhythmen in den Händen hält. Es handelt sich um »Aficionados«, die hier spanischen Tanz erlernen.
Almut Dorowa, geboren in Weimar, lebte vom zwölften Lebensjahr an in Spanien. An einer Ballettschule in Barcelona studierte sie fünf Jahre den klassischen Tanz. Parallel nahm sie Unterricht im spanischen Tanz bei bedeutenden Tänzern wie Bautista, Antonio Alcaraz und dem Zigeuner Coronas. Bei letzterem lernte sie u. a. den Flamenco und Bolero clásico.
Mit 19 gab sie ihr Debüt im Theater in Barcelona. In ihren Tanzabenden dominierten der spanische und moderne Tanz. Mit Ausbruch des Bürgerkrieges kehrte sie nach Deutschland zurück. Geprägt durch die Arbeit in ihrer einstigen Wahlheimat, gewann in ihren Soloabenden der spanische Tanz an Bedeutung. Zeitungsstimmen und Kritiken aus dieser Zeit lassen auf große Erfolge schließen: »Dankbarkeit, Anerkennung und Verehrung Almut Dorowa.« – »Das ist Feuer, das ist Temperament, das...
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