Theater der Zeit

Stärken und Grenzen. Premieren in Schwerin und Görlitz.

Aus TdZ 5/1982

von Volkmar Draeger

Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)

Schwerin: »Die Fontäne von Bachtschissarai«

Schwerin entschied sich für die poesievollere, weniger korrekte Übersetzung des Titels: »Die Fontäne von Bachtschissarai«. Im Schlußbild verfällt Girej an einem unauffälligen Springbrunnen seinen reuevollen Gedanken. Hier erscheinen ihm jene beiden Frauen, die sein Wesen veränderten: die begehrte Maria, die ihn in Treue zu Waclaw abwies, und seine bisherige Lieblingsfrau Sarema, die ihn bis zur Selbstverleugnung liebte. Eine dramaturgische Veränderung der Inszenatoren: Khan Girej vergibt der Mörderin Marias, Sarema erdolcht sich selbst. Das bewirkt eine Aufwertung Girejs und verstärkt den moralischen Fingerzeig, daß es zur Läuterung eines despotischen Charakters nie zu spät ist. Choreograph Udo Wandtke hatte sich gründlich mit der stofflichen Vorlage, dem Puschkin-Poem, auseinandergesetzt und erstrebte mehr als das Libretto Übereinstimmung zugunsten seiner Inszenierung.

Daß die großen Theater hierzulande die »Fontäne« ignorieren, kann ich nur musikalischen Gründen zuschreiben. Die Musik Boris Assafjews betört mit harmonisch-romantischen Klängen, einprägsamer Melodik und instrumentalen Soli.

Der erste Akt gibt Raum für Lyrik und »Show«: den Liebes-Pas de deux Maria — Waclaw, die brillante Polonaise der Festgäste, den temperamentvollen Krakowiak der jungen Leute. Die Akte im Khan-Palast von Bachtschissarai bieten neben folkloristisch attraktiven Tänzen Gelegenheit, Konflikte psychologisch auszuloten – das Leid Marias, die Zuneigung Girejs zu ihr...

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