Praxis
TdZ+Eine Klasse für sich
Das neue proletarische Theater
von Raguel Roumer und Ahmed Javaid Shah
Erschienen in: ixypsilonzett winterheft 2025/26: Perspektiv:Wechsel (01/2026)
Assoziationen: Debatte Dossier: Festivals

Das Theater X ist ein selbstverwalteter Ort der CommUnity Gegenkultur in Berlin-Moabit, getragen von Kulturschaffenden aus migrantisch geprägten Communitys, und vereint in Gegenwehr zum herrschenden Crazy unserer Zeit. Unsere Ensembles sind autonom, die Themen selbstbestimmt und gearbeitet wird im Kollektiv. In Spielzeiten geben wir dem Widerstand eine Bühne, mit Aktionen tragen wir den Kampf in den Kulturbetrieb und auf Protesten die Kultur in den Kampf.
Zutiefst beeindruckt haben uns die Arbeitskämpfe in Berlin wie die der Krankenhausbewegung der Pflegekräfte und die der Rider der Lieferungsdienste Wolt und Lieferando. Daraus sind nicht nur Theaterstücke unserer Ensembles entstanden – wie das Riders Musical J on the Block von Next Generation und Echt Krank?! Who cares? von Sket – sondern auch viele Fragen nach unserem Klassenverständnis.
So zogen wir 2024 mit dem Community-Kulturfestival Festiwalla, nicht zufällig mit dem Obertitel Keine Angst! Klassenk*mpf?! in den ehemaligen Kulturstätten der Arbeiter*innenbewegung, der Berliner Volksbühne, ein. 1924, genau hundert Jahre zuvor, wurde der revolutionäre Theatermacher Erwin Piscator hier zum Oberspielleiter berufen – der Auftakt einer turbulenten Zusammenarbeit in turbulenten Zeiten – die Kommunisten (KPD) wuchsen, die Faschisten auch. Die KPD ging mit einer neuartigen Wahlzeitung, Piscators Revue Roter Rummel, ins Rennen – der Zündfunke...


















