In der Produktion „Kurze Interviews mit fiesen Männern – 22 Arten der Einsamkeit“ haben Sie mit Pornodarsteller:innen gearbeitet. Wie war die Arbeit mit ihnen im Unterschied zu der mit regulären Schauspieler:innen?
Wir müssen bei der Idee der Inszenierung beginnen: Die Idee, Live-Sex auf der Bühne zu erleben, kommt von der Lektüre von David Foster Wallace. Jedes Mal, wenn ich den Text lese, bin ich gleichzeitig fasziniert und abgestoßen, man will aufhören zu lesen, aber kann diesen „literarischen Porno“ nicht weglegen. Und ich dachte, ich brauche etwas, um das Publikum in eine bestimmte Art der Wahrnehmung zu bekommen. Um die Sprache von Wallace zu akzeptieren, muss man durch etwas durch, und man muss eine Wahl haben, ob man weitergehen will oder nicht. Das war der Grund, warum ich mit Pornodarsteller:innen gearbeitet habe. Die stellen natürlich eine Art nicht-normativen Cast dar. Ich habe nicht nach dem perfekten Paar gesucht. Conny Dachs ist 58, und Katie Pears ist in ihren 40ern, sie sind Veteran:innen ihres Feldes und haben viel Erfahrung in ihren Körpern und auf ihrer Haut. Ich wollte bei diesem Experiment zwischen verschiedenen Darsteller:innen herausfinden, welche Fähigkeiten sie gemeinsam haben. Es war ein sehr besonderer Prozess, und ich bin sehr glücklich, dass...