Gegen Teufel und Kanonen »Der Puppenspieler« in Magdeburg
Aus TdZ 5/1980
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Der Kasperl des Puppenspielers hilft dem Dorfburschen Honza, den Teufelspakt, den der eingegangen war, wieder zu lösen, dem Landsknechtleben zu entfliehen und damit sich seiner geliebten Andulka zu erhalten. Der Puppenspieler zeigt dieses hintergründige Spiel mit Absicht, weil im Dorf Werber der kaiserlich österreichischen Armee eingetroffen sind und junge Männer mit gleißnerischen Versprechungen für sich gewinnen wollen. Fast hätten sie bei Vaclav auch Erfolg, doch der Puppenspieler kann ihn noch rechtzeitig vom voreiligen Vertragsabschluß zurückhalten. Für diese »Einmischung« wird er von den Soldaten niedergeschlagen, was die Dorfjugend so aufbringt, daß sie die Werber vondannen jagen. Das kleine Mädchen Marianka kümmert sich inzwischen um den Puppenspieler. Ihr schenkt er, dankbar für ihre Fürsorge, den Kasperl. Mit der Puppe hinterläßt er im Dorf zugleich die Erinnerung an sein warmherziges friedvolles Wesen.
Heiter, mit vielen feinen, auch tragischen Zwischentönen wird die Geschichte, die die Autoren als »Halbmärchen« bezeichnen, mit den Mitteln des Tanzes vorgeführt. Selbst die Schlichtheit der Fabel läßt das Anliegen des Stücks noch klar erkennen: zu warnen vor Bösem, ein Herz zu haben für Schönes, für das Leben Erhaltendes.
Uraufgeführt wurde das Ballett »Der Puppenspieler« nun als internationale Koproduktion in Magdeburg. Zwei Besetzungen standen zur Verfügung: die Solisten des Prag...
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