Showtanz. Notwendige Einsichten – bedeutsame Vorhaben
Aus UK 9/87
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Der Showtanz ist einer der populärsten Tanzstile und ein außerordentlich zeitgemäßer, der auf musikalische Tendenzen behend reagiert. Im Friedrichstadtpalast laufen Revueproduktionen über Monate vor ausverkauftem Haus. Ihr Hauptbestandteil ist der Tanz. Das Fernsehballett erreicht bei seinen Auftritten in Unterhaltungssendungen ein Millionenpublikum auch hier läßt sich der Bedarf an »Einwegchoreographien« kaum decken. Kaum ein Programm für Betriebsfeier, Ortsjubiläum, Ernteball, Volksfest, Bar oder »nur so« ist stimmig ohne Tanzdarbietung: Sie offeriert dem Zuschauer optische Reize, setzt Farbpunkte zwischen Schlagergesang und Artistik, Zauberei und Kleintierdressur. Auch der Amateurbereich wendet sich verstärkt diesem Genre zu und springt in eine Marktlücke. In den Theatern besteht gleichfalls steigendes Interesse am Showtanz, weil man über ihn jugendliche Zuschauer gewinnen und Wünsche vieler Tänzer erfüllen kann. Fazit: Es besteht großer Bedarf an qualifizierten Tänzern, Choreographen, Pädagogen für Showtanz; voraussichtlich wird er zukünftig noch steigen. Leider besteht gleichermaßen großer Mangel in der Ausbildung in allen drei Berufsgruppen. Keine unserer staatlichen Ballettschulen fühlt die Verpflichtung, sich einer Ausbildung von Nachwuchs für dieses Gebiet anzunehmen, in Spezialklassen etwa nach Absolvieren eines klassischen Grundlagenpensums. So haben es Friedrichstadtpalast, Fernsehballett und die freischaffende Szene schwer, geeignete Absolventen zu finden, andrerseits interessierte Tänzer, eine gediegene Ausbildung zu erhalten. Die geringen Wochenstunden, die für das...
















