Theater der Zeit

Thema

Das Repertoire der Dinge

Texte für die Puppenbühne – ein geschichtlicher Überblick

Puppentheater gilt in seiner gesamten Geschichte zugleich als armes und als reiches Theater – reich an theatralen Mitteln und arm in seiner ökonomischen Gesamtsituation. Diese hat sich in der Vergangenheit auf die Textproduktion für das Genre ausgewirkt und tut es bis heute. Lars Rebehn, Oberkonservator der Puppentheatersammlung der Staatlichen Kunstsammlung Dresden, gibt eine historische Einordnung.

von Lars Rebehn

Erschienen in: double 51: Worte formen – Zum Verhältnis von Puppe und Text (04/2025)

Handschrift der Familie Listner, links Brandflecken von einem umgekippten Licht, rechts in der unteren Ecke starke Gebrauchsspuren vom Umblättern während der Vorstellung.
Handschrift der Familie Listner, links Brandflecken von einem umgekippten Licht, rechts in der unteren Ecke starke Gebrauchsspuren vom Umblättern während der Vorstellung.Foto: Puppentheatersammlung Dresden, Inv.-Nr. 15133

In traditionellen Handpuppenbühnen gab es gewöhnlich nur einen Spieler, in Marionettenbühnen zwei bis vier Spieler und Sprecher. Diese vermeintliche Schwäche war aber auch eine Stärke, da Schauspielbühnen mit einem bis drei Dutzend Akteuren eines zahlungskräftigen Publikums und einer viel stärkeren Koordination bedurften. Schauspieltexte wurden bereits im 17. Jahrhundert niedergeschrieben, waren Eigentum der Prinzipale, wurden von den Souffleuren verwaltet und den Schauspielern nur in Auszügen, den „Rollen“, ausgehändigt. Dieses sollte verhindern, dass die Akteure mit den Texten zu anderen Bühnen übergingen. Brauchbare Texte wurden kaum gedruckt.

Das Handpuppenrepertoire entwickelten die Spieler seit dem 13. Jahrhundert selbständig. Es hatte im Verhältnis zum Dialog einen hohen spielerischen Anteil und verbreitete sich über Sprachgrenzen hinaus in ganz Europa und dies in relativ kurzer Zeit. Es gab nur kurze, fünf- bis zehnminütige Szenen, die alle damit endeten, dass die lustige Figur (Meister Hämmerlein, Pulcinella, Kasper) eine zweite Figur nach den Regeln der Kunst erschlug. An der spannendsten Stelle wurde bei den Zuschauern das Geld eingesammelt. Alle Szenen wurden ausschließlich mündlich überliefert. Dennoch wiesen sie über Jahrhunderte eine hohe Kontinuität auf.

Anders war es beim Marionettentheater. Dies teilte sich sein Repertoire seit dem 17. Jahrhundert mit dem Schauspiel. Allerdings nutzte es nur eine kleine Auswahl aus...

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