Theater der Zeit

Meldung (Das Wichtigste vom Tag)

Dienstag, 01. September 2026

Wechsel in der Leitung des Theater Thikwa ++ Untersuchung zu Synergiepotenzialen an Sprechtheatern abgeschlossen ++ Erich-Kästner-Preis für Schauspieler Samuel Koch ++ Theaterfotografin Maria Steinfeldt gestorben ++ Kulturvermarkter Felix Schnieder-Henninger gestorben

Assoziationen: Berlin Sachsen Brandenburg Maria Steinfeldt Nicole Hummel Ruth Berghaus Einar Schleef Sahar Rahimi Mark Schröppel Samuel Koch Friedrich Dieckmann Theater Thikwa Kampnagel Berliner Ensemble Schaubühne am Lehniner Platz Deutsches Theater (Berlin) Maxim Gorki Theater Theater an der Parkaue Akademie der Künste Berlin Deutsche Oper Berlin Düsseldorfer Schauspielhaus

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Berlin: Wechsel in der Leitung des Theater Thikwa

Das inklusive Theater Thikwa in Berlin hat einen neuen Künstlerischen Co-Leiter, wie das Theater mitteilt. Nach einem mehrstufigen Auswahlprozess unter Einbeziehung des Ensembles fiel die Wahl auf den Performancekünstler, Festivalleiter und Regisseur Mark Schröppel. Er folgt auf die langjährige Thikwa-Leiterin Nicole Hummel und wird ab der Spielzeit 2026/27 gemeinsam mit Laura Besch, die die Co-Leitung im Juni 2023 übernommen hat, die künstlerische Ausrichtung des Theaters verantworten.

Schröppel studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen und am Dartington College of Arts. Seit 2005 ist er Künstlerischer Leiter der Hamburger Performancegruppe SKART & Masters of the Universe, die auf Kampnagel multimediale Theaterprojekte an der Schnittstelle von Body Art, zeitgenössischem Tanz und intensiven szenischen Bildern entwickelt. Mit der Produktion „War Games“ stand die Gruppe auf der Longlist des Theatertreffens 2025. Seit 2026 leitet Schröppel gemeinsam mit Sahar Rahimi das Brechtfestival Augsburg. Als Teil der Performancegruppe Monster Truck erarbeitete er bereits die Inszenierung „Dschingis Khan“ am Theater Thikwa.

 

Berlin: Untersuchung zu Synergiepotenzialen an Sprechtheatern abgeschlossen

Die im Auftrag der Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt durchgeführte Untersuchung zu Synergiepotenzialen zwischen den Berliner Sprechtheatern ist abgeschlossen, wie die Senatsverwaltung mitteilt. Von November 2025 bis Juli 2026 wurden zentrale Organisationsbereiche von sechs Berliner Bühnen systematisch und ergebnisoffen untersucht: Berliner Ensemble, Schaubühne am Lehniner Platz, Deutsches Theater, Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, Maxim Gorki Theater und Theater an der Parkaue (Junges Staatstheater Berlin).

Die Untersuchung zeigt laut Mitteilung, dass die Berliner Sprechtheater insgesamt leistungsfähig aufgestellt sind und bereits in vielen Bereichen sehr effizient arbeiten. Strukturelle Synergiepotenziale, etwa durch Zentralisierungen, fallen gering aus; Potenziale liegen vor allem in hausspezifischen Optimierungen und punktuellen Kooperationen. Durchgeführt wurde die Untersuchung von dem Kulturberatungsunternehmen actori in enger Abstimmung mit den Theaterleitungen und Personalvertretungen. In den nächsten Monaten will die Senatsverwaltung die Ergebnisse gemeinsam mit den beteiligten Bühnen und Gremienvertretungen besprechen und auswerten. Staatssekretärin für Kultur Cerstin Richter-Kotowski erklärt dazu, die Ergebnisse bestätigten die hohe Professionalität der Theater und lieferten eine fundierte Grundlage für die weitere Zusammenarbeit.

 

Dresden: Erich-Kästner-Preis für Schauspieler Samuel Koch

Der Dresdner Presseclub hat den Schauspieler Samuel Koch mit dem Erich-Kästner-Preis geehrt, wie der Verein mitteilte. Gewürdigt wurde damit Kochs Engagement für ein respektvolles Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung. Der achtunddreißigjährige Koch inspiriere mit seinem Mut Menschen in schwierigen Lebenslagen und verkörpere mit seinem Einsatz für Barrierefreiheit sowie seinem Einstehen für Menschlichkeit und Toleranz die Werte, die mit dem Preis gewürdigt würden.

Koch ist seit einem Unfall in der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ im Jahr 2010 querschnittsgelähmt und beendete 2014 sein Schauspielstudium mit Diplomabschluss. Bei der Preisübergabe am Sonntag auf Schloss Albrechtsberg in Dresden rief er dazu auf, einander mehr zu helfen. Der mit 10.000 Euro dotierte, seit 1994 vergebene Preis wird von Koch je zur Hälfte an den inklusiven Kunst- und Kulturverein „farbwerk“ und an den von ihm 2019 gegründeten Verein „Samuel Koch & Freunde e. V.“ weitergegeben.

 

Berlin: Theaterfotografin Maria Steinfeldt gestorben

Wie aus der Familie mitgeteilt wurde, ist die Berliner Theaterfotografin Maria Steinfeldt am 14. August in einem Seniorenpflegeheim in Perleberg verstorben. Steinfeldt gehörte zu den herausragenden Theaterfotograf:innen des 20. Jahrhunderts. Sie schlug jenseits der üblichen Pressefotografie neue Wege ein, indem sie entstehende Inszenierungen umfassend auf Proben begleitete, was unter anderem zu langjährigen Arbeitsbeziehungen mit den Regisseur:innen Ruth Berghaus und Einar Schleef führte.

Die überwiegend in Schwarzweiß geschaffenen Serien zeichnen sich durch einen genauen Blick für den Gesamtzusammenhang der jeweiligen Inszenierung aus und gelten heute als wichtige theaterhistorische Quelle. Ihren umfangreichen Arbeitsbestand von etwa 7.000 Fotografien übergab Steinfeldt 2015 an das Archiv der Akademie der Künste in Berlin. Zeitgleich erschien im Verlag Theater der Zeit mit „Das Bild der Bühne“ 1998 ein Band mit ausgewählten Serien und einem Vorwort von Friedrich Dieckmann.

 

Berlin: Kulturvermarkter Felix Schnieder-Henninger gestorben

Der Kulturvermarktungsexperte Felix Schnieder-Henninger ist tot, wie nachtkritik.de aus seinem persönlichen Umfeld erfuhr. Schnieder-Henninger leitete die Presseabteilungen von Häusern wie der Berliner Schaubühne, der Deutschen Oper und dem Düsseldorfer Schauspielhaus. Darüber hinaus arbeitete er für verschiedene Tanz- und Theaterfestivals, darunter das Internationale Tanztheaterfestival „Movimentos“ in Wolfsburg.

1963 in Nürnberg geboren, kam er in den 1980er Jahren zum Studium nach West-Berlin, brach sein BWL-Studium ab und begann frei im Kultursektor zu arbeiten. In den 1990er- und Nullerjahren gehörte er laut einem Nachruf von Sören Kittel im Magazin Siegessäule zum Inventar der Berliner Kulturwelt. In den letzten Jahren wurde es still um ihn, eine schwere und lange nicht diagnostizierte Erkrankung hatte ihn zunehmend isoliert. Zuletzt lebte er in einem Pflegeheim. Zwei Tage vor seinem 63. Geburtstag starb Felix Schnieder-Henninger am 15. August in Berlin.

 

Redaktionsschluss: 15:36 Uhr

Erschienen am 1.9.2026

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