Meldung (Das Wichtigste vom Tag)
Donnerstag, 17. September 2026
Peter de Caluwe wird Intendant der Salzburger Festspiele ++ Max Wagner wird neuer Geschäftsführer des Schauspielhauses ++ Isabel Lewis wird Tanz-Professorin ++ Stadt zieht Pläne für Kultursteuer zurück ++ Bund erhöht Kulturförderung für Berlin deutlich
Assoziationen: Österreich Nordrhein-Westfalen Berlin Sachsen Karin Bergmann Andreas Karlaganis Barrie Kosky Lukas Crepaz Sonja Anders Isabel Lewis Salzburger Festspiele Düsseldorfer Schauspielhaus Staatstheater am Gärtnerplatz UNI.T (Theatersaal, Universität der Künste Berlin) Tanzquartier Wien steirischer herbst Deutsche Oper Berlin Komische Oper Berlin Staatsballett Berlin

Salzburg: Peter de Caluwe wird Intendant der Salzburger Festspiele
Peter de Caluwe soll neuer Intendant der Salzburger Festspiele werden, wie der ORF berichtet. Er tritt die Nachfolge von Interimsintendantin Karin Bergmann an, die nach dem Abgang von Markus Hinterhäuser im Frühjahr dieses Jahres das Festival 2027 durchführt und das von 2028 vorplant. Bis zuletzt sei nach ORF-Informationen eine Doppelspitze mit der Amsterdamer Opernintendantin Sophie de Lint und dem Regisseur Barrie Kosky favorisiert worden, die Verhandlungen seien jedoch an der vertraglichen Ausgestaltung der Aufgabenteilung gescheitert.
Peter de Caluwe, geboren 1963 in Dendermonde/Belgien, studierte Literatur- und Theaterwissenschaft in Gent, Brüssel und Antwerpen. 1989 wurde er ins Opernteam der Nederlandse Opera in Amsterdam berufen, ab 1994 war er dort künstlerischer Betriebsdirektor. 2007 übernahm er die Intendanz des Théâtre de la Monnaie in Brüssel, das 2025 zum Opernhaus des Jahres gekürt wurde.
Um die künstlerische Leitung hatten sich laut ORF vier Frauen und siebzehn Männer beworben. Die Findungskommission bestand aus dem Dirigenten Franz Welser-Möst, dem langjährigen Geschäftsführer der Bundestheaterholding Christian Kircher sowie den Intendantinnen Nora Schmid von der Semperoper Dresden und Sonja Anders vom Thalia Theater Hamburg. Für die Präsidentschaft, um die sich 27 Personen beworben hatten, wird Kristina Hammer verlängert, die das Amt seit 2022 innehat. Der Posten des kaufmännischen Direktors, aktuell von Lukas Crepaz bekleidet, wird im Frühjahr 2027 regulär neu ausgeschrieben.
Düsseldorf: Max Wagner wird neuer Geschäftsführer des Schauspielhauses
Der Aufsichtsrat des Düsseldorfer Schauspielhauses sowie die Gesellschafter, das Land Nordrhein-Westfalen und die Landeshauptstadt Düsseldorf, haben Max Wagner zum neuen kaufmännischen Geschäftsführer des Hauses bestellt, wie die Landeshauptstadt Düsseldorf mitteilt. Die Entscheidung fiel in der Sitzung am 16. September 2026. Wagner tritt sein Amt zum 1. Januar 2027 an und folgt auf Andreas Kornacki, der zu den Bühnen der Stadt Köln wechselt.
Wagner (*1969 in München) war zuletzt Geschäftsführer der Beinsheim Stiftung in München, wo er unter anderem den Förderbereich Kultur verantwortete. Von 2016 bis 2023 leitete er als alleiniger Geschäftsführer die Gasteig München GmbH. Davor war er drei Jahre lang geschäftsführender Direktor am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. Künftig soll er gemeinsam mit Generalintendant Andreas Karlaganis die Geschäfte des Düsseldorfer Schauspielhauses führen.
Berlin: Isabel Lewis wird Tanz-Professorin
Ab dem Wintersemester 2026/27 übernimmt die Künstlerin und Choreografin Isabel Lewis die Professur im Studiengang maC – Master Choreographie am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz (HZT) in Berlin, wie die Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ mitteilt. Die Professur hat ihren Sitz an der HfS Ernst Busch, die zusammen mit der UdK Berlin eine der beiden Trägerinnen des HZT ist. Parallel zu ihrer Professur bleibt Lewis Teil der Künstlerischen Leitung des Tanzquartier Wien und setzt ihre Tätigkeit dort bis 2030 fort.
Isabel Lewis wurde 1981 in der Dominikanischen Republik geboren. Seit 2003 werden ihre Arbeiten international in den Bereichen zeitgenössische Kunst, Musik, Tanz und Theater präsentiert, unter anderem in der Tate Modern in London, bei der Dia Art Foundation und im Performance Space New York, im Gropius-Bau und in den Sophiensaelen in Berlin, beim Roskilde Festival in Dänemark, beim steirischen herbst in Graz sowie in der Kunsthalle Zürich. Von 2021 bis 2025 leitete Lewis die Klasse für Performative Künste an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.
Wien: Stadt zieht Pläne für Kultursteuer zurück
Wie Deutschlandfunk Kultur unter Berufung auf Der Standard berichtet, zieht die Stadt Wien ihre Pläne für eine Kultursteuer auf Kulturveranstaltungen zurück. Bürgermeister Michael Ludwig habe den von ihm so genannten „Kultureuro“ zurückgenommen, nachdem Proteste von Wiener Kulturinstitutionen – von Theatern über Konzerthäuser bis hin zu Museen – zu groß geworden seien.
Die Abgabe hätte laut Standard sämtliche Kulturtickets in Wien verteuert, offiziell sei die Höhe unklar gewesen, im Gespräch seien 12,5 Prozent gewesen. Statt der Kultursteuer kündigte Ludwig andere Lösungen an, um den Etat aufzubessern, wurde dabei aber nicht konkret. Auf Instagram teilte er mit, dass die Wiener Kultur abgesichert werden müsse, damit sie für alle bezahlbar bleibe.
Berlin: Bund erhöht Kulturförderung für Berlin deutlich
Berlin erhält künftig mehr Geld vom Bund für seine Kultureinrichtungen, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner unterzeichneten dazu einen entsprechenden Vertrag. Demnach will der Bund über zehn Jahre verteilt € 2,9 Milliarden für die Berliner Kultur freigeben, das entspricht einer Steigerung um rund € 350 Millionen.
Profitieren sollen unter anderem die Berliner Philharmoniker sowie die Opernstiftung, zu der die Deutsche Oper, die Komische Oper, die Staatsoper Unter den Linden und das Staatsballett gehören. Neu gefördert wird das Bauhaus-Archiv, sobald dessen Sanierung und Erweiterungsbau fertiggestellt sind. Darüber hinaus beteiligt sich der Bund künftig am ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie sowie an der Finanzierung von Festivals. Der neue Vertrag gilt für den Zeitraum von 2028 bis Ende 2037.
Redaktionsschluss: 14:55 Uhr
Erschienen am 17.9.2026








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