„Das lernen wir hieraus, daß handeln … die Seele der Welt sei … daß ohne denselben all unser Genuß all unsere Empfindungen, all unser Wissen doch nur ein Leiden, doch nur ein aufgeschobener Tod sind. Das lernen wir daraus, daß diese unsre handelnde Kraft nicht eher ruhe, nicht eher ablasse zu wirken, zu regen, zu toben, als bis sie uns Freiheit um uns her verschafft, Platz zu handeln“, schrieb Jakob M. R. Lenz um 1774. Die Umnachtung zwang ihn in einer Moskauer Seitenstraße nieder, als in Frankreich das Septembermassaker unter Justizminister Georges Danton der Revolution ihren gewaltigen Höhepunkt gab. Diese historischen Momente der Verzweiflung, das Ringen um Befreiung, das Scheitern, sind in dem Werk des jungen Dichters Georg Büchner in Beziehung gesetzt. Das Fragment-Festival Büchner in Leipzig widmete sich einer Gesamtschau seiner Werke unter der Leitung der Schaubühne Lindenfels in Kooperation mit dem Institut für Theaterwissenschaft der hiesigen Universität.
Zu sehen waren unter anderem die Aufführungen „Lenz“, „Purge“ und „Georg Büchner Fragmentstück“. Mit „Purge“ – Französisch für „Säuberung“ – ist die Bearbeitung von „Dantons Tod“ der Straßburger Theatergruppe Dinoponera / Howl Factory übertitelt. Als Teil der „Trilogie des Ausnahmezustands“ hat sie es sich zur Aufgabe gemacht, mittels Büchners Stück eine...