In der derzeitigen Coronakrise bin ich mit vielen Politikern d’accord. Wir mussten die Theater schließen. Und ich finde es gut, dass viele Leute da mitgehen und dieses Tücherl vor der Nase tragen, auch wenn es manchmal furchtbar ist. Auch in meinen demokratischen Rechten fühle ich mich nicht eingeschränkt. Ich kann weiter nachdenken, mich öffentlich äußern. Letztlich aber habe auch ich es nicht mehr ausgehalten. Man sitzt am Schreibtisch und fragt sich: Wie geht es weiter? Wie sieht die neue Normalität aus, die Vizekanzler Olaf Scholz ins Leben gerufen hat? Wie für das Theater?
Wenn ich vorgestern Rheinland-Pfalz’ Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagen höre: Ja, für das Theater werden wir auch noch eine Lösung finden – im Herbst, war klar: Wir müssen warten. Die Kultur wird totgeschwiegen. Und das geht nicht! Ulrich Matthes hat vor zwei Tagen gesagt, er laufe auf seelischem Notaggregat. Genauso geht es mir. Und wenn unsere Wartezeit sogar sieben Monate dauern soll, dann brennt dieses Notaggregat bei mir durch. Also haben wir uns gesagt: Wir müssen eine Idee entwickeln. Das Internet haben schon viele gefunden, und ich finde das auch total spannend. Ich aber will nicht ins Internet, ich bin zu sehr analog. Ich will spielen. Ich will...