Theater der Zeit

Das Wichtigste vom Tag

Freitag, 22. Mai 2026

KinderStückePreis vergeben ++ Theater Trier schreibt Intendanz neu aus ++ Pro Quote kritisiert Aussetzung der Frauenquote beim Theatertreffen ++ Intendant des Theater Hagen übernimmt zusätzlich die Geschäftsführung ++ Sonderpreis des INTHEGA-Vorstands für Helge Letonja ++ Musen im Staatstheater Cottbus erhalten historische Gestalt zurück

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Mülheim an der Ruhr: KinderStückePreis für „herzkopfüber“ von Simone Saftig

Der Mülheimer KinderStückePreis geht in diesem Jahr an „herzkopfüber“ von Simone Saftig. Darüber entschied die dreiköpfige Jury heute, bestehend aus Dora Schneider, Akın Emanuel Şipal und Lina Wölfel in der live-gestreamten Jury-Debatte im Rahmen der 51. Mülheimer Theatertage.

Das Stück erzählt aus der Sicht eines Kindes von der Krebserkrankung seiner Mutter und setzte sich im Finale einstimmig mit 3:0 Stimmen durch. Das Stück wurde im Oktober 2025 in der Regie von Tamira Kalmbach am Stadttheater Gießen uraufgeführt.

Nominiert waren außerdem „Heute Nacht um 03.34 Uhr“ von Uta Bierbaum, „Schmetterball“ von Dorian Brunz, „Buddeln“ von Clara Leinemann und „Wimmeln“ von Leah Luna Winzely. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

 

Trier: Theater Trier schreibt Intendanz ab 2028 aus

Die Intendanz des Theater Trier wird zur Spielzeit 2028/29 neu besetzt und dafür bundesweit ausgeschrieben, wie der Trierische Volksfreund berichtet.

Demnach soll die Ausschreibung nach Angaben von Oberbürgermeister Wolfram Leibe zeitnah erfolgen, damit eine geordnete Übergabe an eine neue Künstlerische Leitung vorbereitet werden kann. Hintergrund sind personelle Weichenstellungen der vergangenen Jahre, in denen die Leitungsstruktur des Hauses mehrfach neu justiert wurde.

 

Berlin: Pro Quote Bühne kritisiert Aussetzung der Frauenquote beim Theatertreffen 

Der Verein Pro Quote Bühne kritisiert die Ankündigung der Jury des Berliner Theatertreffens, in den Jahren 2027 und 2028 auf die bisherige Frauenquote zu verzichten, als „besorgniserregendes Signal“ in Zeiten eines gesellschaftlichen Rechtsrucks und antifeministischen Backlashs.

Der Verein fordert die Jury nachdrücklich auf, die Entscheidung zurückzunehmen, die Quote beizubehalten und zu überarbeiten – etwa in Form einer Regelung, wonach mindestens 55 Prozent der ausgewählten Produktionen von FLINTA*-Personen inszeniert und geschrieben werden.

Hier geht’s zum Kommentar auf tdz.de.

 

Hagen: Intendant des Theater Hagen übernimmt zusätzlich die Geschäftsführung 

Der künftige Intendant des Theater Hagen, Søren Schuhmacher, wird künftig auch die Geschäftsführung der Theater Hagen gGmbH verantworten, das gibt das Haus bekannt. Damit bündelt die Stadt Hagen die Künstlerische Leitung und die kaufmännische Verantwortung in einer Hand, nachdem die Geschäftsführerposition bislang separat von Dr. Thomas Brauers wahrgenommen wurde.

Schuhmacher tritt zur Spielzeit 2025/26 die Nachfolge von Intendant Francis Hüsers an, wie bereits im vergangenen Jahr bekanntgegeben wurde. Mit der Doppelrolle soll die Leitungsstruktur des Hauses gestrafft und Entscheidungsprozesse zwischen künstlerischen und wirtschaftlichen Belangen enger verzahnt werden, wie es auf der Website des Theaters heißt.

 

Bielefeld: Sonderpreis des INTHEGA-Vorstands für Helge Letonja

Die Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen (INTHEGA) verleiht 2026 ihren Sonderpreis des Vorstands an den österreichischen Choreografen Helge Letonja, wie das Online-Portal tanznetz.de berichtet. Mit der Auszeichnung würdigt die INTHEGA insbesondere Letonjas Verdienste um die Sichtbarkeit und Weiterentwicklung des zeitgenössischen Tanzes in der Gastspielbranche.

Die Preisverleihung findet am 29. Juni 2026 im Rahmen des INTHEGA-Kongresses in der Stadthalle Bielefeld statt. Letonjas Arbeiten stehen nach Angaben der INTHEGA für künstlerische Offenheit, interdisziplinäre Zusammenarbeit und transkulturellen Austausch und haben den zeitgenössischen Tanz nachhaltig im Gastspielmarkt verankert.

 

Cottbus: Musen im Staatstheater erhalten historische Gestalt zurück

Die Musen-Statuen im Kuppelfoyer des Staatstheater Cottbus werden nach Jahrzehnten der Beschädigung umfassend restauriert und erhalten fehlende Hände, Arme und Finger zurück, wie rbb24 berichtet. Seit rund zwei Jahren arbeitet der Dresdner Bildhauer Frank Schauseil an der Rekonstruktion von sechs Musen und einer Venusfigur, deren ursprüngliche Anmutung auf Grundlage historischer Fotos und Unterlagen wiederhergestellt wird.

Die Figuren hatten im Zweiten Weltkrieg und in den Jahrzehnten danach erhebliche Schäden erlitten, was nun im Rahmen eines denkmalpflegerischen Projekts mit Unterstützung des Landes Brandenburg behoben wird. Das Staatstheater plant für Anfang Juni eine Matinee zur feierlichen Enthüllung des restaurierten Musen-Ensembles.

 

 

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Redaktionsschluss: 14:45 Uhr

Erschienen am 22.5.2026

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