Magdeburg: »Nestinarka«
Aus TdZ 3/1981
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Das 1942 uraufgeführte bulgarische Tanzdrama »Nestinarka« von Marin Goleminow, bei uns allenfalls in Suite-Form bekannt, als DDR-Erstaufführung in Magdeburg und in eigener Lesart. Aus der tragisch endenden dörflichen Liebesgeschichte des Originals, das den Konflikt zwischen kultischer Befangenheit und menschlich-natürlicher Liebessehnsucht darstellt, wird ein Künstlerschicksal. Der junge Ikonenmaler Najden ringt vergebens um die Idealdarstellung eines Mädchens. Sein Traumbild findet er in einem Dorf, in dem man gerade den Tag des Heiligen Konstantin begeht. Zu den Nestinarki, die – einem alten ostbulgarischen Brauch folgend – dem Heiligen zu Ehren barfuß auf Feuerglut tanzen, gehört Demna, von der Najden fasziniert ist. Er raubt sie und macht sie, die das Gelübde abgelegt hat, »rein« zu bleiben, zu seiner Frau. Dorfklatschen verunsichern ihn, so daß die verstoßene und vereinsamte Demna einen Ausweg nur im Flammentod sieht. Najden wird, beseelt vom Erlebten, die angestrebte Idealdarstellung gelingen: In seiner Kunst leben Demna und ihre große Liebe weiter.
Pawlina Iwanowa siedelt ihre Choreographie im Bereich bulgarischer Folklore an, ergänzt durch Elemente des Klassischen und des Ausdruckstanzes. Sie vermag dem Farbreichtum der Musik – vom Original-Volkstümlichen über Lyrisches und Weihevoll-Feierliches bis hin zu fulminanter Dramatik – mit ihrem nationalen Kolorit gerecht zu werden. Das Volk wird in den Dorfszenen...
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