Auftrieb fürs Ensemble. »Die steinerne Blume« in Karl-Marx-Stadt
Aus TdZ 11/1982
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Der Besetzungszettel nennt 62 Solisten von Danilo und Katerina bis zu den Feen und Gesteinen. Fast alle größeren Rollen sind doppelt besetzt, mancher Solist studierte zwei, drei Partien ein. Das Ensemble bildet eine »Solistengemeinschaft« aus Karl-Marx-Städter, Berliner und Dresdner Tänzern. »Die steinerne Blume« Sergej Prokofjews wählte sich Brigitte Preuß für ihre erste Inszenierung als Karl-Marx-Städter Ballettmeisterin.
Natürlich verfügt die Ex-Ballerina der Deutschen Staatsoper Berlin über reiche Theatererfahrung, erprobte sich mit kleineren, anspruchsvollen Choreographien, erwarb zusätzlich choreographisches Rüstzeug während einer Aspirantur bei László Seregi und dem Ballett der Budapester Staatsoper.
Sie richtete sich von der »Steinernen Blume« eine ihrem Ensemble gemäße Fassung ein, in der sie um Klarheit der Handlungslinien bemüht ist. Jede dramaturgische Schwäche im Werk völlig auszugleichen, erscheint kaum möglich. Dennoch fasziniert ihre Inszenierung in märchenhaft-poesievollen Szenen, in der Konzentrierung des Geschehens auf Danilos künstlerische Ambitionen und auf die Liebe Katarinas und Danilos.
Deutlich wird, daß Danilos künstlerische Arbeits-Besessenheit und seine Kupferberg-Visionen in direkter Beziehung stehen; nur daraus läßt sich später das Motiv für Katarinas selbstlose Treue erklären. Diese gewinnt an Wert durch die Art, wie der reiche Semerjan interpretiert wird. Einen solchen Bewerber auszuschlagen, spricht für Katarinas lautere Gefühlswelt. Mit ihrer Liebe als Waffe zwingt sie...
















